Vor Stichwahl
Oppositionschef in Simbabwe festgenommen

In Simbabwe ist einer der Oppositionsführer, Arthur Mutambara, am Sonntag unter einem Vorwand festgenommen worden. Nach Informationen seines Anwalts werfen die Behörden des afrikanischen Krisenstaates dem Chef der MDC-Splitterpartei vor, die Regierung von Präsident Robert Mugabe als „illegitim“ verleumdet zu haben.

HB JOHANNESBURG/HARARE. Der Vorwurf bezieht sich auf einen Artikel Mutambaras in einer Lokalzeitung. Mutambara führt eine von der Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) von Morgan Tsvangirai abgespaltene MDC-Fraktion.

Seine Festnahme folgt nur einen Tag auf ein Verbot der Polizei für Tsvangirais MDC, im Vorfeld der Stichwahl am 27. Juni Wahlkampfveranstaltungen seiner Partei in den Städten Hwange und Victoria Falls abzuhalten. „Die Polizei erklärte, wir könnten die Veranstaltungen nach dem 27. Juni abhalten“, sagte Parteisprecher Nelson Chamisa. Bei der Stichwahl wird sich der seit knapp drei Jahrzehnten regierende Mugabe seinem Herausforderer Tsvangirai stellen müssen, weil beide bei der umstrittenen Wahl vom Ende März keine absolute Mehrheit erreicht haben.

Unterdessen nimmt die Gewalt zwischen den Anhängern von Präsident Robert Mugabes ZANU(PF)-Partei und der oppositionellen MDC zu. Knapp vier Wochen vor der Stichwahl um das Amt des Staatschefs wurden nach Rundfunkangaben vom Sonntag zwei ZANU(PF)-Anhänger von Unbekannten erschossen. Tsvangirais Partei - die Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) - hat die Zahl ihrer bei gewaltsamen Übergriffen getöten Anhänger dagegen auf mindestens 50 beziffert.

Der MDC-Vorsitzende prangerte den Vermittler in der Simbabwe-Krise - Südafrikas Präsidenten Thabo Mbeki - nach Informationen der Zeitung „Sunday Times“ als parteiisch und ineffektiv an. In einem offiziell unbestätigten Schreiben an Mbeki soll er ihm in scharfen Worten einen Mangel an Respekt vor der MDC wie auch an moralischer Eignung vorgeworfen haben. Als er seine Vermittlerrolle aufgenommen hatte, habe Simbabwe noch eine funktionsfähige Wirtschaft gehabt. Nun aber seien Mill. Simbabwer auf der Flucht.

Das Land befindet sich in der schlimmsten Krise seiner Geschichte. Die Hyperinflation beträgt nach inoffiziellen Angaben des nationalen Statistikbüros mittlerweile weit über eine Million Prozent.

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