Vor Wahlen
Neuer Skandal um Brasiliens Präsident Lula

Knapp zwei Wochen vor den Präsidentenwahlen in Brasilien wird Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva erneut von einem schweren Skandal belastet. Einer seiner engsten Mitarbeiter trat wegen einer Korruptionsaffäre zurück. Die Wähler im Land scheint dies jedoch kaum zu verunsichern.

HB BRASILIA. Der Sonderberater im Regierungspalast, Fred Godoy, wird beschuldigt, Bestechungsgelder gezahlt zu haben, um Informationen zu erhalten, die wiederum die wichtigste Oppositionsbewegung, die Partei der Sozialdemokratie Brasiliens (PSDB), in einigen Korruptionsfällen belasten sollten. Godoy beteuerte, er sei unschuldig: „Ich bin per E-Mail zurückgetreten. Aber ich habe mit dieser Sache nichts zu tun“.

Medien hatten zuvor unter Berufung auf anonyme Zeugen berichtet, Angehörige von Lulas Partei der Arbeiter (PT) hätten in der vergangenen Woche einem Unternehmer umgerechnet 770 000 US-Dollar (rund 600 000 Euro) für den „Kauf von Korruptions-Beweisen“ gegen wichtige Politiker der Opposition geboten. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Agencia Brasil berichtete, wurde die Übergabe des Dossiers mit den Informationen aber schließlich von der Bundespolizei verhindert.

Die Opposition stellte unterdessen bei den Wahlbehörden einen Antrag auf Untersuchung einer möglichen Verwicklung Lulas in diese neue Affäre. Lula habe sich möglicherweise einer „illegalen Intervention im Wahlkampf“ schuldig gemacht, teilten Sprecher der größten Oppositionsparteien PSDB und Liberale Front (PFL) mit. Wenn die Wahlbehörden Lula schuldig befinden sollten, könnte unter anderem seine Kandidatur zurückgewiesen werden. Die PT wies derweil alle Vorwürfe zurück. Einige Politiker der Regierungspartei sprachen von einer „Verschwörung“.

Ungeachtet der vielen Korruptionsskandale, die die Regierung vor allem im vergangenen Jahr erschüttert und zu Rücktritten vieler ranghoher Kabinettsmitglieder geführt hatten, Lula erfreut sich bei den Wählern weiterhin großer Beliebtheit. Der Präsident steuert bei den Wahlen vom 1. Oktober nach allen Umfragen auf einen Sieg bereits im ersten Wahlgang zu.

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