Voranfrage für Export

USA wollen Deutschland Kampfdrohnen verkaufen

Nach langen Verhandlungen sollen die USA dem Verkauf von Kampfdrohnen an Deutschland zugestimmt haben. Die gleichen Drohnen setzen die USA auch für die umstrittenen Angriffe auf Aufständische in Pakistan ein.
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Eine Kampfdrohne vom Typ Reaper. Quelle: dpa

Eine Kampfdrohne vom Typ Reaper.

(Foto: dpa)

Washington/BerlinNach monatelanger Prüfung wollen die USA laut „Spiegel Online“ einen Export von Kampfdrohnen nach Deutschland billigen. Eine deutsche Voranfrage für einen möglichen Kauf von drei Drohnen des Typs „Reaper“ und vier Bodenstationen für die Bundeswehr solle Anfang Mai mit einer offiziellen Note positiv beantwortet werden, berichtete das Internet-Magazin am Dienstag. Das habe ein Vertreter des Verteidigungsministeriums kürzlich in einer vertraulichen Runde Berliner Spitzenpolitikern berichtet. Der US-Kongress soll bereits am 10. April grünes Licht gegeben haben

Verteidigungsminister Thomas de Maizière trifft sich an diesem Dienstag mit seinem US-Amtskollegen Chuck Hagel. Dabei wird ein möglicher Drohnen-Deal voraussichtlich Thema sein. De Maizière sagte am Montagabend bei einem Besuch der Militärakademie West Point bei New York lediglich, dass eine Antwort weiterhin nicht vorliege.

Die Voranfrage für einen Export war bereits Anfang 2012 gestellt worden. Die von den US-Streitkräften „Reaper“ (Sensenmann) und vom Hersteller General Atomics „Reaper B“ (Raubtier) genannte Drohne wird von den USA unter anderem für die umstrittenen Angriffe auf Aufständische im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan genutzt. Als Alternative käme für das Bundesverteidigungsministerium die israelische Drohne vom Typ „Heron TP“ in Frage, die allerdings als nicht ganz so ausgereift gilt.


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14 Kommentare zu "Voranfrage für Export: USA wollen Deutschland Kampfdrohnen verkaufen"

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  • Kein Geld für einen Leopard-Panzer (deutsches Produkt!) mehr haben, aber in den USA Kampf-Drohnen kaufen wollen.

    Wie passt das nun wieder zusammen? Man bekommt das Gefühl, als wenn die Demenz der Politiker sich nicht nur schleichend bemerkbar macht ...

  • Ob es nun Amerikanische oder Israelische sind ist egal ,
    wichtig ist , das sie nicht nur der Observation dienen , diese Fluggeräte sollten schon mit Waffen ausgerüstet werden können .
    Wenn sie die doch sehr anfälligen Eurofighter ersetzten können wär es perfekt , aber ich fürchte das braucht noch eine ganze weile bis das so ist .
    Denn was nützt das Modernste bemannte Jagdflugzeug wenn Fehlermeldungen mehr als die hälfte der Starts verhindern .

  • Die Österreicher sind da schon wesentlich schlauer mit ihrer Neutralität, aber deutsche Politik und Intelligenz, das scheint nicht zusammen zu gehen.

  • "Jetzt bin ich aber traurig, ich dachte unsere israelischen Freunde schenken uns auch mal was."

    Ja, da könnte man Tränen vergiessen. So böse und ungerecht ist diese Welt. Wo doch Freundschaft keine Einbahnstrasse sein sollte.

  • "Drohnen-Deal"! Die Amerikaner lachen sich kaputt und freuen sich, der BRD wieder nicht benötigtes Kriegsgerät für Geld, das wir nicht haben, angedreht zu haben. Anschließend zeigt man uns, in welchem Teil der Welt dieses Zeugs einzusetzen haben. So werden Rüstungskosten verlagert. Müssen unsere Politiker eine Angst haben, daß sie hinter jedem Busch Feinde und Terroristen sehen.
    Aber, so funktionierts, den Herrschenden die Stiefel lecken und den Schwächeren kräftig in den Hintern treten.
    Wie in der freien Wirtschaft.

  • " unsere Unregierungen werden uns in Zukunft unbemerkt aufspüren, überwachen und im Ernstfall töten können, wie die USA bereits mehrfach in Pakistan gezeigt haben."

    Im Inneren macht man sowas sicherlich nicht mit Kampfdrohnen.
    Das geht stiller.

  • Jetzt bin ich aber traurig, ich dachte unsere israelischen Freunde schenken uns auch mal was.

    Nachdem die unsere tollen Uboote bekommen haben denen wir auch noch extra Abschussvorrichtungen für nuklear bestückter Marschflugkörper eingebaut haben.

    Aber, noch ist ja nicht Weihnachten und vielleicht sollte jemand dann dem Botschafter mal einen Stiefel vor die Tür stellen...

  • Wenn es Deutschland nicht gelingt sich aus der wenig liebevollen Umklammerung der USA zu lösen, einer Nation am Rande des Untergangs (Währung, Wirtschaft, Demokratie)- dann reißen Sie uns mit in die Tiefe.

    Es ist Zeit für Deutsche Souveränität und einen eigenen Weg. Nicht egoistisch, sondern die legitimen eigenen Interessen wahren und gleichtzeitig versuchen mit anderen Völkern solidarisch zu sein.Das geht.

  • Im US-"Verteidigungsministerium" schießen Mitarbeiter Bomben-Drohnen nach eigenem Ermessen völkerrechtswidrig z.B. nach Pakistan. Der vielen zivilen Opfer gedenkt niemand, wobei man die Kochtopfbombenanschläge in Boston wieder gut medienwirksam vermarktet hat.
    Wer legt denn diesen Pentagon-Schreibtischtätern das Handwerk ? Von unseren Lakaien-Politiker hört man nichts, die sind nur vorne weg, wenns um die US-inzenierte Hetze gegen Rußland/Putin geht.

  • Deutschland baut schon lange seine eigenen Drohnen, wenn auch deutlich kleinere. Große Drohnen können wir selbst bauen, die Türkei macht es auch.
    Schließlich haben wir jahrzehnte lange Erfahrungen im Flugzeugbau.

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