International

_

Voraussetzung für Hilfen: Athen präsentiert hartes Sparpaket

Griechenland steht vor der Zerreißprobe: Während die Regierung die Sparschraube weiter anziehen muss, um frisches Geld zu erhalten, ist für viele Bürger das Maß voll - sie streiken.

Athen
Anzeige

Vor dem Hintergrund angekündigter Streiks und Massenproteste hat die griechische Regierung am Montagabend ihr neues Sparprogramm vorgelegt. Es sieht weitere Einschnitte bei den Bezügen von Beamten und Angestellten im öffentlichen Dienst und beim Kindergeld vor. Am schwersten trifft es die Rentner: Pensionen und Renten sollen um 5 bis 25 Prozent gekürzt, das Weihnachtsgeld für Rentner und Staatsbedienstete gestrichen werden. Am Mittwoch soll das Parlament dem Paket zustimmen. Aus Protest gegen weitere harte Sparmaßnahmen haben am Dienstag umfangreiche Streiks in Griechenland begonnen.

Griechenland

Die Annahme des Sparpakets im Umfang von 13,5 Milliarden Euro durch das Parlament ist Voraussetzung für die Auszahlung weiterer Finanzhilfen an das pleitebedrohte Euro-Land. Bis Ende der Woche muss die Regierung von Antonis Samaras auch den Haushalt unter Dach und Fach haben, sonst geht ihr am 16. November das Geld aus.

Den Regierungsplänen zufolge werden die Gehälter der Direktoren in staatlichen Unternehmen und entsprechenden Stellungen um 20 Prozent gekürzt. Richter und Militärs sollen ebenfalls weniger bekommen. Auch die Abfindungen im Falle von Entlassungen werden gekürzt.

Das Rentenalter wird von 65 auf 67 Jahre angehoben. Wer aber 40 Jahre gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt hat, kann bereits mit 62 Jahren Rente beziehen. Familien mit einem Jahreseinkommen von mehr als 18 000 Euro sollen kein Kindergeld mehr erhalten.

Voraussetzung für Hilfen Athen präsentiert hartes Sparpaket

Die griechische Regierung legt harte Sparmaßnahmen für die nächsten Jahre vor.

Die Gewerkschaften laufen Sturm gegen die Pläne und wollen das Land mit Streiks zwei Tage lang lahmlegen. Vor allem im staatlichen Bereich soll bis Mittwoch nichts mehr gehen. Auch der Fähr-, Flug- und Zugverkehr wird massiv betroffen sein. Banken und Postfilialen bleiben ebenso geschlossen wie etliche Museen und antike Stätten. Ab 9.00 Uhr am Dienstagmorgen wollen auch die Fluglotsen für drei Stunden streiken.

Vom Athener Haupthafen Piräus wird keine Fähre zu den Inseln auslaufen. Ärzte werden nur Notfälle behandeln. Gegen Mittag sind in Athen und anderen Städten Demonstrationen geplant.

Die Proteste sollen am Mittwochabend mit einer Demonstration vor dem Parlamentsgebäude in Athen ihren Höhepunkt erreichen. Zu diesem Zeitpunkt entscheidet das Parlament über das neue Sparprogramm - und das könnte knapp werden, denn es gibt Abweichler innerhalb der Koalition aus konservativer Nea Dimokratia, sozialistischer Pasok und der Demokratischen Linken. Die Linken-Abgeordneten werden sich voraussichtlich enthalten. Einige sozialistische Abgeordnete haben angekündigt, gegen das Sparprogramm stimmen zu wollen. Griechische Medien spekulierten, dass bei der Entscheidung im 300 Sitze zählenden Parlament höchstens 155 bis 156 Stimmen für das Paket zusammenkommen dürften.

 

  • 10.11.2012, 14:07 Uhrgeorge.orwell

    @ bobi

    Nein, so ist das gar nicht. Der Egoismus ist ein Markenzeichen der Mächtigen. Der Mensch ist nicht schlecht, er wird schlecht gemacht. Egoismus dient dem "teile und herrsche-Prinzip".

    Es gibt soviele, die sich völlig unegoistisch gegen diese perverse Welt einsetzen. Bis hin zur Gefährdung des eigenen Lebens.

    Die Menschen sind schlecht ist ein Dogma der Elite.

  • 10.11.2012, 11:24 Uhroniro

    Ich verstehe die ganze Aufregung hier nicht.
    Wie sagt PANGALOS: Wir haben zusammen gegessen jetzt diäten
    wir zusammen.
    Aber ich kann DE nicht verstehen, Wie kann man diese Frau immer noch hochheben ????????????????

  • 07.11.2012, 23:42 Uhrkognitiver

    Immer wenn die Freigabe einer neuen Tranche ansteht, kündigen die Griechen ein neues Sparpaket an. Hatten wir ja schon zig-fach in den letzten 2 Jahren. Dass hier darüber immer noch sensationshaischend berichtet wird, ist echt armselig

  • Die aktuellen Top-Themen
Ukrainischer Außenminister: „Wir brauchen einen 'Marshall-Plan' für die Ukraine“

„Wir brauchen einen 'Marshall-Plan' für die Ukraine“

Der ukrainische Außenminister erwartet von der EU mehr Unterstützung – unter anderem durch technische und militärische Hilfe. Dabei zieht Klimkin einen Vergleich zum Irak und zur Situation nach dem Zweiten Weltkrieg.

US-Hedgefonds: Kritik an argentinischer Regierung als „Gesetzlose“

Kritik an argentinischer Regierung als „Gesetzlose“

Der Streit zwischen Argentinien und US-Hedgefonds wird immer schärfer: Einer der Fonds bezeichnete die argentinische Regierung als „Gesetzlose“. Kirchner hatte angekündigt, die Rückzahlung über Buenos Aires abzuwickeln.

Gaza-Konflikt: Uno-Sicherheitsrat fordert Rückkehr zu Gesprächen

Uno-Sicherheitsrat fordert Rückkehr zu Gesprächen

Die Feuerpause wurde bereits Stunden vor Ablauf gebrochen, die Menschen im Gaza-Streifen leben in Angst vor neuen Angriffen. Der Uno-Sicherheitsrat fordert beide Seiten zu schnellen Verhandlungen auf.

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International