International

_

Vorbereitungen laufen: Clinton warnt Nordkorea vor Raketenstart

US-Außenministerin Hillary Clinton warnt Nordkorea vor einem Raketenstart. Doch Pjöngjang beeindruckt das wenig und treibt die Vorbereitungen für den Abschuss des angeblichen Wettersatelliten weiter intensiv voran.

Pjöngjang/WashingtonUS-Außenministerin Hillary Clinton hat Nordkorea davor gewarnt, wie angekündigt in wenigen Tagen einen Satelliten mit einer Rakete ins All zu schießen. „Wenn Nordkorea eine friedliche, bessere Zukunft für sein Volk will, sollte es keinen weiteren Start unternehmen“, sagte Clinton am Dienstag nach einem Treffen mit ihrem japanischen Amtskollegen Koichiro Gemba in Washington. Ein solcher Raketenstart bedeute eine „direkte Bedrohung der regionalen Sicherheit“ und wäre ein „ernster und klarer Verstoß“ gegen geltenden Resolutionen des Weltsicherheitsrats.

Anzeige

Die USA und Japan verbinde ein starkes Interesse an Stabilität auf der koreanischen Halbinsel, sagte Clinton. „Und wir glauben, dass Stärke und Sicherheit nicht aus weiteren Provokationen, sondern daraus erwachsen, dass Nordkorea seinen Zusagen und Verpflichtungen nachkommt.“ Die USA und Japan vermuten, dass die kommunistische Führung Nordkoreas den Satellitenstart nur als Vorwand nehmen will, um eine Interkontinentalrakete zu testen, mit der auch Atomsprengköpfe transportiert werden könnten.

Ungeachtet dieser internationalen Warnungen treibt Nordkorea die Vorbereitungen für den Start weiter voran. Die Rakete werde derzeit betankt, sagte der Leiter des nordkoreanischen Satelliten-Kontrollzentrums, Paek Chang Ho, am Mittwoch vor ausländischen Journalisten. Wie lange der Vorgang dauere, sagte er nicht. Auch zum Zeitpunkt des Starts äußerte er sich nicht. „Das werden meine Vorgesetzten entscheiden.“

Nordkorea

Nordkorea will die Rakete Unha-3 zwischen Donnerstag und nächstem Montag starten. Der Termin richtet sich nach dem 100. Geburtstag des verstorbenen Staatsgründers Kim Il Sung. Nach offiziellen Angaben soll sie einen Wettersatelliten ins All bringen, Nachbarstaaten und die USA vermuten aber einen militärischen Test für eine Rakete, die mit Atomsprengköpfen bestückt auch Alaska erreichen könnte.

Der Start würde die Ansicht stützen, dass Nordkoreas Führung verbesserte Beziehungen mit dem Rest der Welt „als eine Bedrohung ihres Systems betrachtet“, sagte US-Außenministerin Hillary Clinton am Dienstag in Annapolis. „Und die jüngere Geschichte deutet sehr stark darauf hin, das weitere Provokationen folgen könnten.“ In Südkorea, das nach dem Koreakrieg von 1950 bis 1953 formal noch im Kriegszustand mit dem kommunistischen Norden ist, wird bereits vermutet, dass neben dem Raketentest auch ein dritter Atomtest in Vorbereitung ist. Geheimdienstkreise berichten unter Berufung auf Satellitenaufnahmen, dass dafür bereits Tunnel gegraben würden.

  • 11.04.2012, 20:09 Uhrgerhard

    Washington , US-Außenministerin Hillary Clinton hat Nordkorea davor gewarnt, wie angekündigt in wenigen Tagen einen Satelliten mit einer Rakete ins All zu schießen.(Zitat)
    Die Supermacht USA „supert“ frech dagegen, d.h. sie bestimmt, was atombombenlose Nationen nun dürfen und gefälligst ihre Finger davon lassen sollen, wenn es nicht genehmigt ist. Da ist in diesem Zusammenhang die Bevormundung von Iran noch zu nennen, dass sich die Atombombe einfach im Untergrund zusammen bastelt. Die USA sagt, das geht so nun nicht und fragt selbst aber niemand, ob sie nun eine oder viele Raketen in das Weltall schicken kann, oder wie viele Atombomben sie grade und wo bunkert. Dabei war es nur die USA auf der Welt, die ungefragt zwei Städte Hiroshima und Nagasaki mit seinen Zivilisten in noch weitere Himmelstiefen „moralisch“ verschickt hat. Und jetzt selbstredend die Moralapostel für die ganze Welt spielen möchte? – das klingt etwas „schrill“ und „schief“. Es ist in Wirklichkeit nur die Sprache einer ganz gemeinen Macht. Und deshalb wollen alle anderen Staaten so etwas auch an Macht besitzen- das ist zwar nicht immer moralisch - aber eben logisch.

  • 11.04.2012, 13:55 Uhrmarctom_uk

    Nö - weil man nämlich die Zu und Abfahren sehen kann, genau so wie die notwenidgen umliegenden Arbeiten.

  • 11.04.2012, 13:21 UhrHansWurst

    Faszinierend.....
    "Geheimdienstkreise berichten unter Berufung auf Satellitenaufnahmen, dass dafür bereits Tunnel gegraben würden."

    Also ich dachte immer, dass Tunnel UNTER der Erde gegraben werden, während Satelliten ÜBER der Erde fliegen.... Wie jetzt der Satellit unterirdische Grabungsmaßnahmen "sehen" will ist mir ein bischen schleierhaft - euch auch?

  • Die aktuellen Top-Themen
Widerstand im Bundesrat: Keine Chance für das Fracking-Gesetz

Keine Chance für das Fracking-Gesetz

Nach langem Ringen hat die Koalition einen Kompromiss zum Fracking gefunden. Doch der Widerstand in den Ländern ist zu groß. Es fehlt die Unterstützung von SPD und Grünen im Bundesrat.

Streit um EU-Budget: Europaminister wollen nicht nachgeben

Europaminister wollen nicht nachgeben

Der Streit um die EU-Finanzplanung nähert sich langsam seinem Höhepunkt. Die Regierungen fordern vom Parlament ein Einlenken. Bei einem Treffen der Europaminister wurde klar: Sie sind über das Parlament sehr verärgert.

Nach „Euro Hawk“-Pleite: „De Maizière stiehlt sich aus der Verantwortung“

„De Maizière stiehlt sich aus der Verantwortung“

Die Drohne „Euro Hawk“ verfolgt den Verteidigungsminister weiter. De Maizière soll einen Verantwortlichen für das Debakel nennen, fordern die Grünen. Die Koalition will das Nato-Drohnenprojekt stoppen.

Handelsblog Pekings gefälschtes Ikea-Möbelhaus

Am meisten haben es mir die blau-gelben Polohemden der Möbelberaterinnen angetan. Der Schriftzug links auf der Brust lautet zwar „Joyme“, nicht „Ikea“, doch ansonsten wirken sie so schweden-mäßig, wie das überhaupt nur sein kann. Doch... Von Finn Mayer-Kuckuk. Mehr…

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International