Vorderseite des Busses zerfetzt: Jerusalem: Mindestens zehn Tote bei Anschlag

Vorderseite des Busses zerfetzt
Jerusalem: Mindestens zehn Tote bei Anschlag

Die Zahl der Toten bei einem Selbstmordanschlag in Jerusalem ist am Donnerstag auf acht gestiegen. Dies teilte ein israelischer Polizeisprecher mit. Es habe Dutzende Opfer gegeben. Augenzeugen sprachen von rund 30 Verletzten.

HB JERUSALEM. Bei dem Anschlag auf einen Bus wurden nach Polizeiangaben mindestens zehn Menschen getötet und Dutzende verletzt. Das Attentat ereignete sich in der Nähe der Residenz von Ministerpräsident Ariel Scharon, der sich dort aber nicht aufhielt. Die radikal-islamischen El-Aksa-Brigaden bekannten sich zu der Tat. Uno-Generalsekretär Kofi Annan rief die Konfliktparteien auf, den internationalen Nahost-Friedensplan rasch umzusetzen. Trotz des Anschlags begann Israel mit der Freilassung von rund 400 palästinensischen Gefangenen.

Der Anschlag auf den Bus in der von Bäumen gesäumten Gaza-Straße im Zentrum Jerusalems war der erste in Israel seit Weihnachten. In dem Bus saßen vor allem Beschäftigte des Hadassah-Krankenhauses, die ihre Nachtschicht beendet hatten. „Der Bus ist komplett zerfetzt“, sagte ein Augenzeuge. Die Wucht der Explosion habe das Dach des Busses zum Teil abgerissen und weithin Fensterscheiben zerschmettert. Im Umkreis von 15 Metern lagen Körperteile verstreut. „Menschen lagen auf dem Boden, verbrannt und halbnackt“, sagte ein anderer Augenzeuge. Der Geruch von Tod hing in der Luft. Überall tropfte Blut.“

„Ich hörte eine Explosion. Ich lief zurück zum Bus“, berichtete Drora Resnick. „Es war wie eine ländliche Szene - die Sonne schien, und es war heiter. Und dann war da dieser Bus - ein Albtraum. Körper saßen in den Sitzen. Verbrannt. Leblos. Verbrannte Kinder saßen beieinander. Die Leute rannten aus dem Bus, aber sie saßen immer noch regungslos dort.“ Der Bus sei vollbesetzt gewesen, sagte der Jerusalems Polizeichef Mickey Levy im Armeeradio. „Als er die Gaza-Straße erreichte, gab es im Bus eine gewaltige Explosion.“

Zu dem Anschlag während der Hauptverkehrszeit am Morgen bekannten sich die radikal-islamischen El-Aksa-Brigaden. In einem Schreiben hieß es, die Tat sei Rache für den Einsatz, bei dem israelische Soldaten am Mittwoch in Gaza-Stadt mindestens acht Palästinenser getötet hatten. Es waren die heftigsten Kämpfe seit einem Monat in der Region. Die El-Aksa-Brigaden haben Verbindungen zur Fatah-Bewegung von Palästinenser-Präsident Jassir Arafat und Ministerpräsident Ahmed Korei.

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