Vorentscheidung Juncker soll Chef der Euro-Gruppe bleiben

Es scheint keine Alternative zu Jean-Claude Juncker als Eurogruppenchef zu geben. Wolfgang Schäuble als möglicher Nachfolger scheidet mit der Wahl Hollandes zum französischen Präsidenten aus.
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Luxemburgs Premierminister scheint länger als gedacht Eurogruppenchef zu bleiben. Quelle: dpa

Luxemburgs Premierminister scheint länger als gedacht Eurogruppenchef zu bleiben.

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Bei der Vorbereitung des EU-Gipfels Ende der Woche zeichnet sich ab, dass Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker länger im Amt bleiben dürfte als zunächst geplant. Aus einem Anschreiben von Gipfelchef Herman Van Rompuy an die EU-Staats- und Regierungschefs geht hervor, dass der Eurogruppenchef im laufenden Jahr weiter für Reformarbeiten der Währungsunion gebraucht werde. Juncker ist zwar in dem Text nicht namentlich genannt, eine EU-Quelle versicherte aber, dass der seit 2005 amtierende luxemburgische Premier- und Schatzminister gemeint sei.

„Die Sache ist noch nicht ausgemacht, aber Juncker wird wahrscheinlich bleiben“, sagte ein mit der Diskussion Vertrauter. Ein zweiter mit dem Vorgang Vertrauter bestätigte, von dieser Entscheidung sei auszugehen. „Wir haben keinen anderen“, ergänzte er.

Juncker hatte Anfang des Jahres erklärt, kein weiteres Mal antreten zu wollen. Die Bundesregierung hatte sich für Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble als Nachfolger eingesetzt. Doch mit der Wahl Francois Hollandes zum Präsidenten Frankreichs wendete sich das Blatt. Der Sozialist lehne Schäuble als Chef der Eurogruppe ab, hieß es in Regierungskreisen.

Die Entscheidung über den Schlüsselposten der finanzpolitischen Koordination in der Euro-Zone ist Teil eines Personalpakets. Seit Juni ist einer der sechs Direktoriumsposten in der Europäischen Zentralbank (EZB) vakant, den bisher Spanien besetzte. Doch die Regierung in Madrid präsentierte keinen überzeugenden Kandidaten. Als Favorit für die Stelle galt deshalb der Luxemburger Notenbankpräsident Yves Mersch. In EU-Kreisen hieß es, dies sei nur möglich, wenn Juncker nicht länger Eurogruppen-Vorsitzender wäre, da Luxemburg nicht zwei wichtige Posten besetzen könne.

Im Gespräch sei nun, dass Juncker sich informell bereit erklären könnte, nicht die volle Amtszeit von zweieinhalb Jahren zu bleiben, sagte ein mit der Diskussion Vertrauter. Unter diesen Umständen könnte Mersch ins EZB-Direktorium nach Frankfurt wechseln. Offen ist den Diplomaten zufolge noch, wer künftig Chef des Euro-Rettungsfonds ESM wird. Gute Chancen werden jetzt wieder dem Leiter des Vorgängerfonds EFSF eingeräumt, dem Deutschen Klaus Regling.

Der 57-jährige Juncker ist der dienstälteste Regierungschef in der Europäischen Union und entschiedener Verfechter der europäischen Integration. Er ist Vorsitzender der Eurogruppe, seit dieses Amt 2005 eingeführt wurde. Bis vor wenigen Jahren war der Christdemokrat in Personalunion Ministerpräsident und Finanzminister des Großherzogtums, verantwortet im Finanzressort inzwischen aber nur noch das Schatzamt. Juncker hatte vor einigen Monaten über Gesundheitsprobleme und die enorme Arbeitsbelastung in der Euro-Schuldenkrise geklagt. Zuletzt gab er sich wieder tatkräftig.

Van Rompuy hatte seinen Bericht zur Vertiefung der Wirtschafts- und Währungsunion gemeinsam mit Juncker, dem Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso und dem EZB-Präsidenten Mario Draghi erarbeitet. Das Reform-Papier ist Thema beim Gipfel am Donnerstag und Freitag in Brüssel.

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16 Kommentare zu "Vorentscheidung: Juncker soll Eurogruppen-Chef bleiben"

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  • Vom Juncker könnte Frau Merkel noch viel lernen !

  • Dann würdest du ein ganz höflicher Mensch kennen lernen welcher sehr menschlich ist und zuerst nach seinem Volk schaut, Merkel könnte noch was lernen :-))

  • Sollen die doch gleich den Goldman Chef Blankfein zum Eurogruppenchef machen, damit Goldman dann auch offiziell den Euro regiert, so wie Rothschild über die FED den Dollar.

  • Klar gibt es keine Alternative zu Juncker. Der Lügenbaron passt ideal zu dem Posten!

  • Da würdest du dich aber wundern :-)))

  • Nachwuchsprobleme? Die Mafia ist auch nicht mehr das, was sie mal war.

  • Diesen Herrn möchte ich gerne einmal persönlich treffen. Nur er und ich - ganz allein auf weiter Flur.

  • Ja, endlich eine Meinung!!!!!
    Juncker ist der Chef und sollte es zumindest vorläufig bleiben. Allerdings !!!!
    Mit viel mehr Befugtheiten.
    Gebt ihm endlich die Macht zu entscheiden.!!!!!!!!!!!!
    Die Euro-Länder sind schwach und wollen nicht richtig, mal hüh, mal hott. Das geht aber leider nicht.
    Wir alle - und ich meine WIR ALLE sitzen mit einer enormen Schuldensumme, die es auch zu begleichen gibt. Alle Geberländer in der Euro-Zone zusammen können es begleichen, aber es muss einen Meister geben, der die Vorgabe gibt. Juncker kan das. Also unterstützt ihn. Er ist mehr Deutsch als Ihr glaubt, denn ohne IHN wäre schon alles zum Teufel.
    ALLE Länder müssen sparen, es gibt keine Ausnahme und es muss jetzt geschehen. Schade für die "dummen" Griechen, aber es muss jetzt geschehen. Ihr Habt Euch alle lustig gemacht über DLD während "Schroeders 2010", jetzt ist es auch bei Euch angekommen.
    Aber, Ihr "dummen" Europäer, der Reigen geht weiter.
    Wenn ihr nicht endlich eure dummen und dämlichen Politiker raus schmeisst und sie dementsprechend euch bluten lasst, werdet ihr nie "BESSER" werden.
    Politiker werden wir immer brauchen, denn sie sollten das Sprachrohr des Volkes sein, Politiker, die sich selbst bedienen braucht kein Volk.
    Unterschiede wird es auch immer geben, aber sie sollten moderat und erklärbar bleiben.
    Ein Chef oder Politiker der letztendlich 50-100 mal des Otto-Nornalverdieners einsackt ist nicht mehr erklärbar und auch nicht tragwürdig.
    Also sollten hier vielleicht Verhältnisse von vor 50 Jahren gelten, mal 10 - 15 ist OK, der Rest ist Abzocke und nicht mehr vertretbar.
    Dem Volk ab vertreten, was für die "ELITE" nicht gilt, kann ja nicht die Regel sein.
    Ich gönne jedem sein bischen MEHR, aber eben auch nur sein
    "BISCHEN" und nicht mehr.

  • Flunker-Juncker ist halt ein Pokerface genau wie Adolf.
    Er hofft auf den Endsieg. Aber der Endsieg in Reich Nummer vier wird genauso wenig kommen wie der mit der kleineren Reichs-Versions-Nummer. Was sicher ist, das ist der Zusammensturz von Reich Nummer vier, -- der Zusammensturz kommt immer und mit ihm kommen "Brüsseler Prozesse". Ich hoffe Flunker-Juncker hat seinen Kopf schon abgeschrieben, denn sonst wird er dann überascht sein.

  • Im Vergleich mit Merkel hat Herr Juncker wenigsten ein Herz für die Menschen in Europa .

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