Vorfall bestätigt
Irak: Extremisten entführen iranischen Diplomaten

Ein iranischer Diplomat ist im Irak von Moslem-Extremisten entführt worden. Sie warfen ihm Aufwiegelung von Volksgruppen vor und warnten den Iran, sich in „irakische Angelegenheiten“ einzumischen, wie der arabische Fernsehsender Al-Arabija am Sonntag meldete.

HB BAGDAD. Bei dem Entführten handelt es sich um Fereidun Dschahani, den neuen iranischen Konsul in der den Schiiten heiligen Stadt Kerbela südlich von Bagdad. Dschahani werde seit Mittwoch vermisst, teilte die iranische Botschaft in Bagdad mit. Ein Video zeigt Berichten Al-Arabijas zufolge einen bärtigen Mann in weißen T-Shirt vor dem Banner der „Islamischen Armee des Irak“. Die Gruppe soll im vergangenen Monat zwei pakistanische Geiseln ermordet haben. Eine philippinische Geisel hatten sie freigelassen, nach dem die Regierung des Landes ihre Forderungen erfüllt und ihre Truppen abgezogen hatte.

Zur Identifizierung des Diplomaten wurden mehrere seiner Ausweise in die Kamera gehalten. Nicht alle seien lesbar gewesen. Ob mit der Ermordung des Konsuls gedroht wurde oder die Entführer Forderungen stellten, gab der Sender nicht bekannt.

Sowohl viele Iraker als auch Vertreter der US-Armee im Irak befürchten, der Iran, der sich selbst als schiitisches Zentrum der islamischen Welt bezeichnet, könnte auf die schiitische Bevölkerungsmehrheit im Irak Einfluss nehmen. Der irakische Verteidigungsminister hatte der Regierung in Teheran erst in der vergangenen Woche „eklatante Einmischung“ in inner-irakische Angelegenheiten vorgeworfen. Ende der Woche waren in der Schiiten-Hochburg Nadschaf und dem schiitischen Viertel Sadr-City in der Hauptstadt Bagdad erbitterte Kämpfe zwischen schiitischen Milizen und den US-geführten Besatzungstruppen ausgebrochen.

Aus Kerbela wurden keine Kämpfe gemeldet, allerdings wurden dort Berichten der iranischen Nachrichtenagentur ISNA zufolge in den vergangenen zehn Tagen mehr als 1200 Iraner festgenommen. Der Großteil sei in den Iran abgeschoben worden. Seit der von den USA geführten Invasion des Iraks im vergangenen Jahr sind zehntausende iranischer Pilgerer in die den Schiiten heiligen Städte Nadschaf und Kerbela gereist.

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