Israelischer Kampfjet

UN-Generalsekretär Antonio Guterres rief alle Parteien zu einer „sofortigen und bedingungslosen Deeskalation der Gewalt“ auf.

(Foto: dpa)

Vorfall in Syrien Israel und USA machen Iran nach Kampfjet-Abschuss Vorwürfe

Der Konflikt zwischen Israel und Iran spitzt sich nach dem Abschuss eines israelischen Kampfjets über Syrien zu.
Update: 11.02.2018 - 11:13 Uhr Kommentieren

Tel Aviv/Jerusalem/WashingtonNach dem Abschuss eines israelischen Kampfflugzeugs durch die syrische Luftabwehr will Israels Sicherheitskabinett am Sonntag tagen. Die Minister wollten über das weitere Vorgehen nach der jüngsten Eskalation beraten, berichtete das israelische Fernsehen.

In der Nacht zum Sonntag blieb die Lage ruhig, es kam vorerst zu keinen neuen Angriffen. Im Norden Israels sollten die Kinder regulär zur Schule gehen.

Am Samstag hatte die syrische Luftabwehr in der Nähe der Grenze zu Israel ein israelisches Kampfflugzeug abgeschossen. Israels Luftwaffe flog in mehreren Wellen Angriffe in Syrien und bombardierte nach eigener Darstellung „iranische Ziele“ und die Luftabwehr. Beschossen wurde syrischen Angaben zufolge unter anderem der strategisch wichtige Militärflughafen T4 im Zentrum des Bürgerkriegslandes. Er gilt als Stützpunkt der Armee und ihrer Verbündeten, die eng mit dem schiitischen Iran verbunden sind.

Hier schießt Israel eine iranische Drohne ab

Hier schießt Israel eine iranische Drohne ab

Nach der jüngsten Eskalation an Israels Nordgrenze hat Ministerpräsident Benjamin Netanjahu das Nachbarland Syrien und den mit ihm verbündeten Iran vor einer weiteren Konfrontation gewarnt. „Wir haben klare rote Linien gezogen“, sagte Netanjahu nach Medienberichten bei einer Kabinettssitzung am Sonntag. Israel werde weiter entsprechend vorgehen. „Wir haben den iranischen und syrischen Kräften gestern harte Schläge versetzt“, sagte Netanjahu. „Wir werden weiterhin gegen auf jeden Versuch vorgehen, uns anzugreifen, das war und bleibt unsere Politik.“

Nach Ansicht von Geheimdienstminister Israel Katz hat Israel die klare Botschaft gesendet, dass der jüdische Staat keine iranische Militärpräsenz vor seiner Haustür dulden werde. Die Iraner bräuchten Zeit, um zu „verdauen, zu verstehen und zu fragen, wie Israel diese Stellungen zu treffen wusste“, sagte Katz am Sonntag.

Israel hatte nach eigenen Angaben mit der Welle von Luftangriffen in Syrien auf das Eindringen einer iranischen Drohne in sein Gebiet reagiert, die abgeschossen worden sei. Israel veröffentlichte ein entsprechendes Video, der Iran dementiert jedoch, eine solche Drohne eingesetzt zu haben.

Nach dem Abschuss des israelischen Kampfflugzeugs betonte Washington Israels Recht zur Selbstverteidigung. Die Vereinigten Staaten seien zutiefst besorgt über „die heutige Eskalation der Gewalt über die israelische Grenze“, sagte die Sprecherin des US-Außenministeriums Heather Nauert am Samstag. Die US-Regierung unterstütze „Israels souveränes Recht auf Selbstverteidigung“.

Erster Vorfall dieser Art seit fast 36 Jahren
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