Vorgehen gegen Steuerhinterzieher: Die Schweiz will jetzt schnell neue Richtlinien

Vorgehen gegen Steuerhinterzieher
Die Schweiz will jetzt schnell neue Richtlinien

Da die OECD den Informationsaustausch zwischen verschiedenen Ländern forcieren will, dringt die Schweiz nun auf neue Richtlinien gegen Steuerhinterziehung. Wie bisherige Verstöße ausgeglichen werden, bleibt aber unklar.
  • 0

ZürichDie Schweiz forciert die Einführung internationaler Richtlinien gegen Steuerhinterziehung. Nach den Worten von Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf sieht sich das Land verstärkt unter Zugzwang, nachdem sich die Industrieländer-Organisation OECD vergangene Woche überraschend früh auf einen automatischen Informationsaustausch zwischen den Steuerbehörden der Staaten verständigt hatte. „Wir sind bis vor einigen Wochen davon ausgegangen, dass der globale Standard nicht so schnell kommt“, sagte Widmer-Schlumpf der „Neuen Zürcher Zeitung“. Sie kündigte an, dass die Schweiz rasch darauf reagieren werde.

„Weil nun alles schneller geht, ist die Zeit knapper geworden, um eine Lösung für die Fragen zu finden, die uns wirklich umtreiben“, sagte die Ministerin. Nach langem Widerstand hatte sich die Schweiz im Vorjahr bereiterklärt, das Bankgeheimnis gegenüber Steuerbehörden aufzugeben. Noch nicht klar ist allerdings, wie die in dem Land immer noch liegenden unversteuerten Gelder legalisiert werden. Eine von der Schweiz vorgeschlagene Abgeltungssteuer war Ende 2012 am Widerstand des deutschen Bundesrats gescheitert. Im Gegenzug zur Aufweichung des Bankgeheimnisses will die Schweiz einen verbesserten Zugang von heimischen Vermögensverwaltern zum EU-Markt.

Der neue Standard zum Informationsaustausch der Steuerbehörden soll am Wochenende den Finanzministern der Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) in Sydney vorgelegt und im September abgesegnet werden. Experten rechnen damit, dass das System in der Schweiz nicht vor 2017 eingeführt wird. EU-Länder dürften damit bereits 2016 beginnen.

Die G20 hat sich auf die Fahnen geschrieben, den Kampf gegen Steuerbetrug voranzutreiben und Steuerschlupflöcher in aller Welt zu schließen. Ziel der Bemühungen, die von der OECD flankiert werden, ist ein vertrauenswürdigeres internationales Steuersystem. Zugleich soll verhindert werden, dass den Staaten Steuergelder in Milliardenhöhe durch die Lappen gehen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Vorgehen gegen Steuerhinterzieher: Die Schweiz will jetzt schnell neue Richtlinien"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%