Vorschlag aus Portugal
Europäischer Währungsfonds soll Troika ablösen

Angesichts der Euro-Schuldenkrise ist eine Debatte über die Zukunft der Geldgeber-Troika entbrannt. Portugals Ministerpräsident schlägt eine rein europäische Lösung vor. EZB und IWF würden von Funktionen entbunden.
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LissabonNach dem Großeinsatz des Internationalen Währungsfonds (IWF) in der Euro-Schuldenkrise plädiert Portugal bei künftigen Problemen für eine rein europäische Lösung. Ein eigens dafür geschaffener „Europäischer Währungsfonds“ solle die Funktionen des in Washington ansässigen IWF übernehmen, sagte Ministerpräsident Pedro Passos Coelho am Freitag laut Redetext bei einer Konferenz in Florenz.

Eine solche Organisation müsse in gemeinsamer Verantwortung der Euro-Länder getragen werden und die unabhängige Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ergänzen. EZB und IWF würden durch die neue Institution von der Aufsicht über Reformprogramme entbunden, an die die Vergabe von Finanzhilfen geknüpft ist.

Die Erfüllung der Auflagen wird bisher von EU-Kommission, EZB und IWF überprüft, die früher unter dem Namen „Troika“ zusammengefasst wurden. Dieser Begriff wird nach scharfen Protesten des Hilfsempfängers Griechenland offiziell nicht mehr verwendet. Dem portugiesischen Regierungschef zufolge soll der künftige „Europäische Währungsfonds“ als alleinige Institution dauerhaft Ansprechpartner für in Not geratene Länder sein. Ein solcher Fonds solle aus dem Euro-Rettungsschirm ESM hervorgehen. Eine ähnliche Idee war bereits zuvor von Experten der EU-Kommission ins Gespräch gebracht worden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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