Vorstellungen der Chinesen gingen weiter
USA und China legen Textilstreit bei

Nach monatelangen Verhandlungen haben sich die USA und China am Dienstag auf eine Begrenzung der Textileinfuhren aus der Volksrepublik geeinigt.

HB LONDON. Von dem für drei Jahre geltenden Kompromiss würden beide Seiten profitieren, erklärten der US-Handelsbeauftragte Rob Portman und Chinas Handelsminister Bo Xilai in London bei einer gemeinsamen Pressekonferenz. Auch Vertreter der US-Textilbranche begrüßten das Abkommen. Es sei besser als eine unlängst zwischen der Europäischen Union (EU) und China ausgehandelte Vereinbarung Allerdings gab China später zu Bedenken, dass ein freier Handel mit Textilien langfristig unvermeidlich und Einfuhrquoten nicht korrekt seien.

Das Abkommen zwischen den USA und China sieht Einfuhrquoten für etwa 30 Bekleidungs-Kategorien wie Socken, T-Shirts und BHs vor. Für 2006 ist das Wachstum der Importe von Bekleidungsprodukten auf zehn Prozent begrenzt, das von Einfuhren von Textilgütern auf 12,5 Prozent. 2007 erhöhen sich diese Quoten um 12,5 Prozent und im Jahr darauf um weitere 15 bis 16 Prozent, wie ein US-Vertreter sagte.

„Ich denke, die Textilien-Vereinbarung zeigt unsere Fähigkeit, schwere Handelskonflikte auf eine Art zu lösen, von der beide Seiten profitieren“, sagte Portman. Bo bezeichnete die Lösung als ein Ergebnis, von dem beide Seiten profitierten.

Allerdings kritisierte er später, dass sie weit hinter den Vorstellungen der chinesischen Seite geblieben sei.

Nach dem Auslaufen eines weltweiten Quotensystems zu Beginn des Jahres waren die chinesischen Textilimporte in die USA allein in den ersten acht Monaten um mehr als 50 Prozent angestiegen - auf fast 17,7 Milliarden Dollar. Die US-Regierung hatte daraufhin festgelegt, dass Einfuhren aus China entsprechend einer Regelung der Welthandelsorganisation (WTO) künftig nur noch um 7,5 Prozent jährlich steigen dürfen, wenn der heimische Markt gefährdet ist.

Der Handelsstreit - den es in ähnlicher Weise auch zwischen China und der EU gab und der auch dort mit der Begrenzung der Einfuhrmengen beigelegt wurde - belastete die Beziehungen zwischen den USA und China zuletzt deutlich. Der nun ausgehandelte Kompromiss kommt nur wenige Tage vor dem Besuch von US-Präsident George W. Bush in China.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%