Vorteile der Gemeinschaftswährung
Der Euro darf nicht zerbrechen

Die Deutschen sehen den Euro immer kritischer, einige wünschen sich gar die D-Mark zurück. Dabei bringt die Gemeinschaftswährung viele Vorteile - gerade für Deutschland. Was bei einem Euro-Crash auf dem Spiel stünde.
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DüsseldorfWenn es um die Zukunft des Euro geht, sind Finanzexperten deutlich skeptischer als die meisten Politiker. Bislang lagen sie damit richtig: Die Politik ist den Märkten meistens hinterhergelaufen. Umso bedrohlicher wirken die Worte des Chefanlagestrategen der Vermögensverwaltung der Deutschen Bank, Georg Schuh. "Ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone ist ein sehr wahrscheinliches Szenario", sagte er vergangene Woche auf einer Konferenz in Frankfurt. Im Moment gebe es keine überzeugende Lösung für die Probleme im gemeinsamen Währungsraum. Ähnlich fällt das Urteil der amerikanischen Anleger-Legende George Soros aus. Die Euro-Zone habe nur noch drei Monate, um einen Zusammenbruch abzuwenden.

Viele Deutsche hätten gar nichts dagegen, wenn der Euro tatsächlich zusammenbrechen sollte. Sie verbinden mit der Gemeinschaftswährung vor allem ständige Transferzahlungen an Griechenland und andere Südländer, für die sie mit ihren Steuergeldern aufkommen müssen. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap von Ende Mai hält knapp die Hälfte der Deutschen (49 Prozent) die Abschaffung der D-Mark für einen Fehler. Nur 47 Prozent bewerteten die Einführung des Euro positiv.

Dabei verkennen viele die Vorteile, die der Euro Deutschland gebracht hat - allen voran der Exportwirtschaft. Die wichtigsten Absatzmärkte der deutschen Unternehmen liegen nach wie vor in der Euro-Zone – wo etwa 40 Prozent der deutschen Ausfuhren hin gehen.

Vor der Einführung der Gemeinschaftswährung hatte die harte D-Mark den deutschen Firmen schwer zu schaffen gemacht. Wann immer es an den Märkten kritisch wurde, flüchteten Investoren in deutsche Bundesanleihen und trieben damit den Wechselkurs der D-Mark in die Höhe. Durch die kontinuierliche Aufwertung der Landeswährung wurden deutsche Exportgüter im Ausland teurer und verloren damit an Attraktivität.

Dieser unerwünschte Effekt ist durch die Gemeinschaftswährung komplett verschwunden. Und nicht nur das: Deutschland verbesserte durch den vergleichsweise schwachen Euro auch seine Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Nicht-Euro-Ländern wie Großbritannien oder Japan. Nach Schätzungen der Unternehmensberatung McKinsey profitierte die deutsche Wirtschaft  von diesem Effekt im Jahr 2010 mit rund 113 Milliarden Euro. Anders hingegen erging es der Exportwirtschaft in klassischen Weichwährungsländern wie Italien: Ihre Wettbewerbsfähigkeit verschlechterte sich.

Kommentare zu " Vorteile der Gemeinschaftswährung: Der Euro darf nicht zerbrechen"

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  • Was heiß denn es verkennen viele das der Euro Vorteile gebracht hat!? Natürlich kann man sich freuen wenns der Wirtschaft gut geht, aber das bedeutet nicht das ich persönlich davon profitiere. Vor allem hat der Euro einen Flurschaden angerichtet der ganz Europa in die Hyperinflation treiben wird und der Klüngelei zwischen Macht und Banken Tür und Tor öffnete! Ich bin dafür das gesamte Monetäre System abzuschaffen, eine Globale Inventur zu machen und die Ressourcen gerecht verteilen. Die Kräfte Bündeln und eine Welt schaffen die Technischen Müll und die Zerstörung von Umwelt und Mensch für immer beendet. Schluss mit den Institutionen die uns kontrollieren und uns sagen wie wir Leben müssen um deren Macht zu festigen, schluss mit einer Institutionalisierten Religion die der Hauptgrund für all das Leid auf dieser Welt ist , weil es genau diese Institution war und ist die die Menschen gespalten und schon immer die Nähe zur Macht gesucht hat! Schluss mit all dem Mist und hin zu einer wirklich neuen Epoche auf diesem wunderschönen Planeten!

  • Das Deutschland von dem Euro profitiert hätte ist ein altes Ammenmärchen. Es entlarvt den Autor als reichlich Ahnungslos oder politisch motiviert, wenn er es wieder hervorholt und auch noch dran glaubt.

    Exporte bringen nur dann etwas, wenn sie auch bezahlt werden. Das ist aber im Euro-Raum dank Target2 gar nicht der Fall, im Gegenteil. Unsere tollen Exporte in den Euro-Raum werden von unserer Bundesbank bezahlt. Dafür erhält sie zwar Forderungen gegenüber etwa der griechischen, nur nutzen diese nichts, wenn wir nicht in gleichem Ausmaß Waren aus Griechenland kaufen wollen wie die Griechen von uns, und das gilt auch für den Währungsraum insgesamt, daher ja unser Exportüberschuss.

    Faktisch zahlt unsere Bundesbank mehr an unsere Unternehmen aus, als sie selber (für Importe) erhält. Die griechische hingegen erhält mehr Geld von ihren Bürgern/Unternehmen (zur theoretischen Bezahlung von deutschen waren) als sie auszahlt. Mit diesem "Überschuss" finanziert sie wiederum die Schulden des griechischen Staates, die dadurch entstehen, dass dieser völlig überzogene "Geschenke" an seine Bürger macht. Und hier schließt sich der Kreis, das Geld, was für unsere Waren bestimmt ist, landet stattdessen bei der griechischen Bundesbank, von da beim griechischen Staat und wieder in den Taschen derjenigen, die die Waren eigentlich bezahlen sollten. Diese haben praktisch genauso viel Geld wie vorher, und zusätzlich deutsche Waren.

    Wir hingegen müssen früher oder später die Schulden unserer Bundesbank ausgleichen und damit die nach Griechenland gelieferten Waren selber bezahlen, wir haben also unsere Exporte in die Eurozone verschenkt!! Was für ein großartiges Wirtschaftsmodell.

    Und jetzt noch zur DM-Aufwertung. Wie oben erläutert bringt ein Exportüberschuss nichts, im Gegentil, er täuscht nur einen Wohlstand vor, der praktisch nicht da ist. Von daher würde eine Währungsaufwertung, und damit Senkung des Exports zu Gunsten von Binnennachfrage für Deutschland sogar von Vorteil sein!

  • @wolkenlos:
    Erste Frage: ich bin nun wirklich kein religiöser Mensch, warum nur fehlt das Christentum in Ihrer Aufzählung?
    Zweite Frage: wenn nun der von Ihnen gewünschte Zustand eintritt UND es kommt einer daher, der die Massen begeistert, der ein begnadeter Redner ist und der von Machtphantasien gequält wird, was passiert dann und wer gebietet dieser Person Einhalt?
    Ich vermute die wenigsten von uns möchten in einer solchen Welt leben, insbesondere dann nicht wenn man sich vor Augen führt, dass Kinder und Frauen (diese beiden Gruppen leiden immer und grundsätzlich am härtesten unter extremen politischen Zuständen) sowie schwache und alte Menschen unter uns sind und dass wir selber durch Krankheit, Unfall oder Alter ganz plötzlich sehr schwach werden können.
    Mir ist auch bewußt, dass viele Folgendes nicht hören möchten. Alle die sich ihrer Sache so sicher sind und hier den Euro, dort die demokratische Diskussion, Subventionen, Unterstützungen, Europäische Solidarität lieber heute als morgen beendet wissen wollen... was sind schon 67 Jahre?
    Mein Opa ist 83.

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