Vorwahlen in den USA
Für US-Kandidaten ist Finanzkrise kein Thema

Obwohl immer neue Turbulenzen die Finanzmärkte erschüttern und Notenbank und Regierung nahezu täglich weitere Rettungsmaßnahmen einleiten, bleiben die amerikanischen Präsidentschaftskandidaten beim Thema Wirtschaft und Finanzkrise auf Distanz. Nur zögerlich sprechen Hillary Clinton, Barack Obama und John McCain über ihre Pläne zur Sanierung der Volkswirtschaft.

WASHINGTON. Während McCain den Mittleren Osten bereist und innenpolitisch abgetaucht ist, denkt Clinton viel lieber darüber nach, wie sie sich die aberkannten Delegiertenstimmen aus Michigan und Florida doch noch sichern kann. Ihr Konkurrent Obama muss sich vor allem gegen Vorwürfe wehren, lange einem gelegentlich radikalen schwarzen Pastor vertraut zu haben. Als Obama am Montag bei einem Wahlkampfstopp in Pennsylvania zur Finanzkrise befragt wurde, sagte er lediglich, er glaube nicht, dass die Probleme bald beseitigt seien.

Clinton, die in Washington eine Grundsatzrede zu Irak gehalten hatte, sah sich in der anschließenden Pressekonferenz nahezu ausschließlich mit Wirtschaftsfragen konfrontiert. Doch viel mehr als Verständnis für die betroffenen Menschen von der "Main Street" hatte die frühere First Lady auch nicht im Angebot. Das Thema Irak, das schon wegen des fünften Jahrestags des Einmarsches diese Woche im Zentrum des Interesses stehen sollte, rückt bei den Wählern in den USA derzeit in der Bedeutung weit nach hinten.

Zu Beginn der Immobilienkrise hatte Clinton noch frühzeitig einen Hilfsplan vorgelegt. Sie forderte, Zwangsversteigerungen von Häusern für 90 Tage auszusetzen und die Zinsen für Hypothekenkredite für fünf Jahre einzufrieren. Obama kritisierte diese Vorschläge scharf. Im Ergebnis würden sie die Zinsen für alle umgeschuldeten und neuen Hypothekendarlehen rapide klettern lassen, sagte er damals. Doch die Meinung der Kandidaten zu den aktuellen Maßnahmen der US-Notenbank und der Regierung ist bisher weitgehend unbekannt.



Der Republikaner McCain vermeidet ohnehin allzu detaillierte Kommentare zu Wirtschaftsfragen - und überlässt diese lieber seinen ökonomischen Beratern. Grundsätzlich muss die Partei von Präsident George W. Bush befürchten, bei der Wahl für die schlechte Wirtschaftsentwicklung abgestraft zu werden.

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