Vorwürfe vom Experten
Die Uno sündigt beim Klima

Die Uno lädt am Montag zum Weltklimagipfel nach Bali ein. Doch selbst ist sie kein Vorbild in Sachen Klimaschutz. Diesen Vorwurf erhebt der deutsche Architekt Stefan Behnisch, der als Gewinner eines Wettbewerbs derzeit einen Uno-Neubau in Genf errichtet. Dabei darf der Spezialist für nachhaltige Architektur „sehr entscheidende Details“ nicht umsetzen.

DÜSSELDORF. In Sachen Klimaschutz und Nachhaltigkeit wird das Gebäude weit hinter dem zurückbleiben, was heute möglich ist, sagte Behnisch dem Handelsblatt. In Genf haben derzeit die Arbeiten für den seit langem geplanten Neubau der Weltorganisation zum Schutz geistigen Eigentums begonnen, einer Unterbehörde der Uno. Mit geschätzten Baukosten von rund 60 Millionen Euro ist das Gebäude eines der aufwendigsten Bauprojekte, die die Uno angeht.

Behnisch hat als Architekt einige seiner Ansicht nach sehr entscheidende Details nicht durchsetzen können: So besitzt die äußere Glasfassade keine Fenster, die sich öffnen lassen, wodurch ein Ganzjahresbetrieb der Klimaanlage nötig werden dürfte. Außenjalousien sind ebenfalls nicht vorgesehen, so dass im Sommer kein natürlicher Hitzeschutz besteht. Bei Vorrichtungen, um Tageslicht ins Gebäudeinnere zu lenken, wurde ebenfalls gespart. Behnisch gilt weltweit als Spezialist für nachhaltige Architektur und ist dafür bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden.

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