Vorwurf der Kindesentführung
Arche-de-Zoé-Mitarbeiter in Frankreich inhaftiert

Im Tschad waren sie zu acht Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden. Mittlerweile sind die sechs Mitarbeiter der Hilfsorganisation Arche de Zoé in Frankreich angekommen. Dorthin waren die Franzosen ausgeliefert worden. Doch in Freiheit sind sie deswegen nicht. Zwei Tage nach ihrer Verurteilung in Afrika auch in Frankreich inhaftiert worden.

HB PARIS. Die Mitarbeiter der Hilfsorganisation wurden gleich nach ihrer Ankunft am Freitagabend einem Staatsanwalt vorgeführt. Ihnen war versuchte Kindesentführung vorgeworfen worden. Ihre Familien und Unterstützer, die mit Plakaten am Flughafen Le Bourget bei Paris warteten, bekamen sie zunächst nicht zu Gesicht. Am Samstagvormittag durften die Angehörigen die Verurteilten erstmals im Gefängnis besuchen.

Die Strafe soll demnächst in eine Haftstrafe umgewandelt werden, weil es in Frankreich keine Zwangsarbeit gibt. Eine Begnadigung wäre jedoch nur mit Zustimmung der Regierung des Tschads möglich. Das Gericht in der Hauptstadt N'Djamena hatte die Mitarbeiter von Arche de Zoé außerdem zu Entschädigungszahlungen in Höhe von gut sechs Millionen Euro verurteilt.

Die Franzosen hatten im Oktober versucht, 103 afrikanische Kinder illegal nach Frankreich zu bringen und an französische Familien zu vermitteln. Tschadische Sicherheitskräfte hatten dies in letzter Minute verhindert. Angeblich handelte es sich um Waisenkinder aus der sudanesischen Krisenregion Darfur. Später stellte sich allerdings heraus, dass die meisten von ihnen Familie hatten und nicht aus Darfur stammten. Die Affäre hatte zu heftigen Protesten im Tschad und zu Spannungen zwischen N'Djamena und der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich geführt.

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