Vorwurf der Steuerhinterziehung
Anklage gegen Jukos-Chef erhoben

Gegen den Chef des russischen Ölkonzerns Jukos ist wegen Betrugs und Steuerhinterziehung Anklage erhoben worden. Er wurde festgenommen, wenig später aber wieder frei gelassen.

HB BERLIN. Der Chef des russischen Erdölkonzerns Jukos, Michail Chodorkowski, ist am Samstag in Nowosibirsk für einige Stunden festgenommen worden. Eine Spezialeinheit der Polizei habe Chodorkowskis Flugzeug gestürmt, als dieser in Nowosibirsk zum Tanken zwischengelandet sei, berichtete Jukos-Sprecher Alexander Schadrin.

Die Staatsanwaltschaft teilte mit, gegen Chodorkowski sei offiziell Anklage erhoben worden. Ihm werde Betrug und Steuerhinterziehung vorgeworfen. Die Anklage umfasse sechs Straftatbestände, die sich sowohl gegen Jukos als auch gegen Chodorkowski persönlich richteten. Zuvor war die Festnahme damit begründet worden, dass Chodorkowski nicht zu einem Verhör erschienen war, zu dem er geladen war. Wenige Stunden nach seiner Festnahme wurde Chodorkowski wieder frei gelassen.

Beobachter vermuten, dass die Ermittlungen im Zusammenhang mit Chodorkowskis politischem Engagement stehen. Der Konzernchef unterstützt unter anderem die oppositionelle liberale Jabloko-Partei.

Jukos fusioniert derzeit mit dem russischen Konkurrenten Sibneft zum viertgrößten Ölkonzern weltweit. Chodorkowski ist mit einem geschätzten Vermögen von 6,9 Milliarden Euro der reichste Mann Russlands.

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