Vorwurf der Verschwörung
Festgenommene türkische Soldaten freigelassen

Die US-Armee hat nach türkischen Medienberichten vom Sonntag elf im Nord-Irak festgenommene türkische Soldaten freigelassen. Der Fernsehsender CNN Turk berichtete unter Berufung auf Militärkreise, die Soldaten seien in Bagdad auf freien Fuß gesetzt worden. Ihre Festnahme am vergangenen Freitag hatte in Ankara große Verärgerung ausgelöst.

ANKARA/WASHINGTON. In Washington erklärte eine Sprecherin des Außenministeriums, die die USA und die Türkei wollten die Umstände der Festnahme gemeinsam untersuchen. Amanda Batt bestätigte, dass US-Vizepräsident Richard Cheney die Angelegenheit mit dem türkischen Regierungschef Recep Tayyip Erdogan besprochen hat. Damit nahm die US-Seite erstmals zu dem Vorfall Stellung.

Nach Angaben aus Washington wurden am 3. Juli insgesamt 24 Personen im Nordirak unter dem Verdacht festgenommen, an einer Verschwörung gegen irakische Zivilpolitiker beteiligt zu sein. Darunter waren nach Angaben von Batt neun türkische Elite-Soldaten.

Nach türkischen Medienberichten waren die drei Offiziere und acht Unteroffiziere festgenommen worden, als etwa 100 US-Soldaten ihre Kaserne in Suleimanija durchsuchten.

Die Türkei reagierte mit scharfen Worten auf die Festnahme. „Wir werden nicht zulassen, dass man mit der türkischen Ehre spielt“, erklärte Erdogan vor seinem Telefonat mit Cheney. Zuvor hatte der türkische Regierungschef von einem „sehr hässlichen Zwischenfall, zu dem es besser nicht gekommen wäre“ gesprochen und die sofortige Freilassung verlangt.

Der Zwischenfall drohte zu einer neuen Belastung der beiden NATO- Partner zu werden. Erst vor Beginn des Irak-Krieges hatte die Türkei Washington mit der Weigerung verärgert, US-Truppen den Durchmarsch durch ihr Land zu gestatten.

Die Türkei verfolgt die Autonomiebestrebungen der Kurden im Nordirak mit großem Argwohn und fürchtet, die USA könnten den Kurden im Nord-Irak gestatten, ihre Unabhängigkeit zu erklären. Das könnte für die Türkei zu einem neuen Konflikt mit der kurdischen Bevölkerung im eigenen Lande führen. Nach Geheimdienstangaben befinden sich etwa 5000 Kämpfer der in der Türkei verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK im Grenzgebiet. Die Türkei hat angeblich 1500 Soldaten im Nord- Irak stationiert. Außerdem hat das Land in den letzten Jahren immer wieder Sondereinheiten in das Gebiet geschickt.

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