Vorwurf
Russland soll Rakete nahe Tiflis abgeworfen haben

Georgien hat Russland vorgeworfen, zwei russische Flugzeuge hätten am Montagabend den georgischen Luftraum verletzt. Die Flieger sollen eine 700 Kilogramm schwere Bombe über einem Dorf nahe der Unruheprovinz Südossetien abgeworfen haben. Russland wies die Anschuldigungen zurück.

HB MOSKAU/TIFLIS. Die Rakete sei nicht detoniert, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Schota Ustiaschwili, in Tiflis am Dienstag nach Angaben der Agentur Itar-Tass. Die Rakete sei nahe der georgischen Hauptstadt Tiflis abgeworfen worden. Das Geschoss sei wenige Meter von einem Haus entfernt zu Boden gegangen und glücklicherweise nicht explodiert, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Tiflis.

„Den gesamten Montag über haben russische Flugzeuge keine Flüge in dem betroffenen Bezirk unternommen. Die Grenze des souveränen Georgiens ist nicht verletzt worden“, sagte der Referent des Oberkommandierenden der russischen Luftstreitkräfte, Alexander Drobyschewski, der Agentur Interfax.

Seit der Wahl des prowestlichen Präsidenten Michail Sakaschwili 2003 haben sich die Beziehungen zwischen den ehemaligen Sowjetrepubliken Russland und Georgien deutlich verschlechtert. Georgien hat Russland schon mehrfach vorgeworfen, seinen Luftraum verletzt zu haben. Zuletzt beschuldigte Georgien Russland im März, in seinen Luftraum eingedrungen zu sein.

Die beiden Nachbarländer liegen wegen der georgischen Regionen Abchasien und Südossetien miteinander im Streit, weil Russland die abtrünnigen Gebiete nach georgischer Ansicht unterstützt. Der Kreml wiederum ist verärgert über Georgiens angestrebten Beitritt zur NATO.

Russland unterstützt die abtrünnigen Provinzen Südossetien und Abchasien moralisch und finanziell. Die Regierung in Moskau hat Georgien wiederholt vorgeworfen, eine anti-russische Politik zu betreiben. Georgien betrachtet die Provinzen hingegen als Teil seines Landes und ist strikt gegen eine Unabhängigkeit.

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