Votum
Nigerianer wählen ihren Präsidenten

Die Präsidentschaftswahlen in Nigeria gelten als wichtiger Test für die Demokratie in Afrika. Zuletzt war die Abstimmung von Gewalt, Chaos und Korruption überschattet worden.
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AbujaIn Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas, wurde am Samstag ein neuer Präsident gewählt. Die rund 73 Millionen Wähler konnten sich zwischen 19 Kandidaten entscheiden. Als Favorit gilt der erst seit vergangenem Jahr regierende Amtsinhaber Goodluck Jonathan, dem in letzten Umfragen vor der Wahl mehr als 60 Prozent der Stimmen prognostiziert wurden. Ernsthafte Konkurrenz machen ihm der ehemalige Militärmachthaber General Muhammadu Buhari vom neu gegründeten Kongress für fortschrittlichen Wandel und Nuhu Ribadu vom Aktionskongress für Nigeria. 

Beide Parteien hatten bei der Parlamentswahl am vergangenen Wochenende gute Ergebnisse erreicht und Jonathans Demokratische Volkspartei wohl um ihre Zwei-Drittel-Mehrheit gebracht. Das Endergebnis liegt noch nicht vor, weil in einem Teil des Landes noch am 26. April nachgewählt werden muss. Erste Ergebnisse der Präsidentenwahl werden Anfang der Woche erwartet. 

Die Wahlen wurden nach politischer Gewalt im Vorfeld von starken Sicherheitsmaßnahmen begleitet. Mehr als 17.000 Polizisten und Soldaten waren im Einsatz, um Zwischenfälle wie Sprengstoffanschläge vor einer Woche bei der Parlamentswahl zu verhindern. Neben radikalen Islamisten hatten Rebellen im ölreichen Nigerdelta mit Anschlägen gedroht. 

Zudem sollten neue Regeln der Unabhängigen Wahlkommission sicherstellen, dass die Wahlen nach schweren Manipulationen in der Vergangenheit ordnungsgemäß verlaufen. Während die Wahllokale um 08.00 Uhr morgens (Ortszeit) öffneten, dauerte es bis zu vier Stunden, bis die ersten Wähler tatsächlich ihre Stimme abgeben konnten. Sämtliche Wahlzettel mussten am Morgen im Wahllokal gezählt werden, ehe die eigentliche Abstimmung beginnen kann. Dennoch erschienen in vielen Wahllokalen bereits in den Morgenstunden zahlreiche Wähler, um sich in die Listen einzutragen. 

Als Christ aus dem Nigerdelta im Süden Nigerias hatte Jonathan zunächst mit Akzeptanzproblemen bei Parteifunktionären aus dem muslimischen Norden des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas zu kämpfen. Jonathan, bis dahin Vizepräsident, übernahm das Präsidentenamt im vergangenen Jahr von seinem schwer erkrankten und inzwischen gestorbenen Vorgänger Umaru Yar'Adua.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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