VW-Skandal und die Folgen
Wie viel Abgas ist zu viel?

Schon lange ist bekannt, dass der Ausstoß im Straßenverkehr deutlich höher ist als bei den Labortests. Nun erheben die Grünen im EU-Parlament Einspruch gegen die Einführung der neuen Pkw-Abgastests.

BrüsselNach dem Skandal um die Manipulation von Messwerten schädlicher Stickoxide bei Dieselfahrzeugen von VW ist die Debatte um Abgastests in Europa neu entbrannt. Es ist lange schon bekannt, dass der Ausstoß im Straßenverkehr deutlich höher ist als bei den bisherigen Labortests. Nun gerät der Kompromiss zwischen EU-Staaten und Kommission zur Einführung neuer Pkw-Abgastests unter Druck. Die Grünen im EU-Parlament wollen Einspruch gegen die Entscheidung einlegen und werben um Mitstreiter unter den Volksvertretern. Das kündigte die Fraktion im Vorfeld der an diesem Dienstag stattfindenden Debatte im Umweltausschuss des EU-Parlaments über die Auto-Abgastests an. „Das Parlament hat ein Recht auf Einspruch und muss diesen spätestens drei Monate nach der offiziellen Information durch die Kommission vorlegen“, hieß es.

Vor kaum zwei Wochen war das Kalkül der Bundesregierung aufgegangen, die Einführung neuer Abgastests zur Bestimmung vom Ausstoß von Stickoxiden in der EU aufzuweichen: Vertreter der 28 EU-Mitgliedstaaten hatten sich im Technical Committee on Motor Vehicles mit der EU-Kommission zwar auf neue Vorgaben für die Praxis in der Union geeinigt. Demnach soll das neue Testverfahren die tatsächlichen Emissionen unter realen Fahrbedingungen auf der Straße berücksichtigen. Der Rahmen für die Grenzwerte der „Real Driving Emissions“ (RDE) fällt jedoch nicht so strikt aus, wie von der Kommission ursprünglich vorgeschlagen.

Der derzeitige Grenzwert für Stickoxid-Emissionen liegt bei 80 Milligramm pro Kilometer. Für eine Übergangsphase von etwa zwei Jahren hatte die Kommission für den Test unter Realbedingungen Abweichungen in Höhe eines Faktors von 1,6 tolerieren wollen, das heißt 128 Milligramm. Nun haben sich die technischen Experten der Mitgliedstaaten aber auf einen Faktor von 2,1 für neue Fahrzeugmodelle ab 2017 und für die Zulassung von Neuwagen ab 2019 geeinigt - damit sind bis zu 168 Milligramm erlaubt. Ab 2020 beziehungsweise 2021 soll dann ein Faktor von 1,5 gelten. Die EU-Kommission muss diese Vorgehen vor den Volksvertretern rechtfertigen.

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