Wachsender Außenhandel
Neue Arbeitsplätze in Deutschland durch Ost-Erweiterung

Aus Sicht der deutschen Export-Wirtschaft wird der wachsende Außenhandel mit den Neu-Mitgliedern der Europäischen Union im Osten zehntausende Jobs in der Bundesrepublik schaffen. „Wir rechnen mit 50 000 zusätzlichen Arbeitsplätzen im Jahr“, sagte der Präsident des Bundesverbands des DEUtschen Groß- und Außenhandels, Anton F. Börner-

HB BERLIN. Grund sei, dass wegen der fast ausgeglichenen Bilanz der Exporte und Importe mit den EU-Neulingen sich Zuwächse auf beiden Seiten in einer „Gewinnspirale“ gegenseitig nach oben zögen. „Wir sind auf den Niedriglohnkostenstandort Osteuropa angewiesen, sonst könnten wir unsere Spitzenposition im weltweiten Außenhandel nicht verteidigen“, sagte Börner. Auch dies sichere Arbeitsplätze in Deutschland und schaffe neue. Rund 100 Tage nach dem offiziellen Vollzug der EU-Erweiterung am 1. Mai setzte sich der stark wachsende Außenhandel mit Ungarn, Polen, Tschechien oder der Slowakei fort. „Eine Stunde Null hat es nun nicht gegeben.“

Für 2004 und die Folge- Jahre sei weiter mit zweistelligen Steigerungsraten des Außenhandels zu rechnen, der bereits ein Volumen wie mit den USA erreicht habe. Da Wirtschaftsstärke und Kaufkraft in den Beitrittsstaaten noch immer erheblich unter dem Niveau der alten EU seien, zeichne sich auch in den kommenden Jahren ein erhebliches Wachstumspotenzial ab. „In zehn Jahren ist bei einer weltwirtschaftlichen Entwicklung ohne große Krisen eine Verdoppelung des Außenhandelsvolumens erreichbar“, sagte der Verbandspräsident. „Wenn die Menschen zu mehr Wohlstand kommen, dann kaufen sie noch mehr hochwertige Konsumgüter. Sie wollen dann nicht nur Maschinen, sondern auch teure Autos kaufen.“ Deutsche Produkte hätten in den dortigen Märkten einen guten Namen. Schwerwiegende Eintrittsbarrieren gebe es längst nicht mehr, auch wenn es in manchen Kommunen zu Problemen mit bürokratischen Vorgaben kommen könne. Noch stärker als bisher würden die Staaten im Osten nicht nur Absatzgebiete sein, sondern zu Produktionsstandorten der deutschen Wirtschaft werden. „Es ist eine normale Entwicklung, nah beim Kunden zu sein. Umgekehrt werden wir uns daran gewöhnen, dass eine polnische Firma eine Filiale in Deutschland eröffnet“, sagte Börner. Die Neu-Mitglieder würden sich auch zu Konkurrenten auf den Exportmärkten entwickeln. „Sie werden aber nur gefährlich, wenn wir bei Innovationen hinterherhängen.“ Nötig seien daher ein technologiefreundliches Umfeld und mehr Investitionen in Bildung und Forschung.

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