Wachstum hat bisher aber kaum positive Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt
Neue EU-Länder holen auf

Am ersten Jahrestag der EU-Erweiterung wird es in den neuen Mitgliedsländern Mittel- und Osteuropas keine Freudenfeste geben. Abgesehen von den Sonntagsreden der Politiker ist die Stimmung eher nüchtern, gemischt mit einem Schuss Optimismus. "Kein Boom, keine Krise, weniger Angst" lautet die treffende Bilanz der polnischen Wochenzeitung "Polityka".

HB WARSCHAU. Die Nüchternheit resultiert nicht zuletzt aus dem Wissen um die EU-Skepsis im Westen. Die Gefahr eines Scheiterns des Referendums in Frankreich sowie der Streit um Niedriglöhne und Niederlassungsfreiheit ist den neuen EU-Bürgern nicht verborgen geblieben.

Auffallend ist vor allem der Stimmungsumschwung bei vielen Bauern in den neuen Mitgliedstaaten. Aus EU-Gegnern wurden sie zu Befürwortern der Erweiterung, weil sie nun mehr Geld in der Tasche haben. Allein die polnische Landwirtschaft erhielt seit Mai 2004 etwa 1,7 Mrd. Euro an Direktzahlungen und sonstigen Fördermitteln aus der Brüsseler Kasse. Wie alle Bürger spüren aber auch die Bauern die enormen Preiserhöhungen für Lebensmittel, Medikamente, Benzin, Gas und Strom, die seit dem vergangenen Jahr in den Beitrittsländern zu verzeichnen sind.

Billiger wurden immerhin Haushaltsgeräte, Schuhe und gebrauchte Autos. Beim Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW) heißt es, Länder wie Polen, Ungarn, die Slowakei und Lettland dürften vor 2006 kaum in der Lage sein, den Anstieg ihrer Konsumentenpreise unter fünf Prozent zu drücken.

Für viele einheimische Unternehmen der neuen Mitgliedsländer ist der EU-Beitritt schon jetzt ein voller Erfolg - zumindest in den export-trächtigen Branchen wie bei der Produktion von Lebensmitteln, Möbeln, Fahrzeugen und Maschinen. Nicht selten sind diese Unternehmen Tochtergesellschaften westlicher Firmen.

Nach Angaben des WIIW ist der Export der neuen EU-Staaten im vergangenen Jahr um 20 Prozent gestiegen, was insbesondere auf den EU-Beitritt und die damit verbundenen Handelsliberalisierungen zurückzuführen ist. Diese Steigerung betrifft nicht nur die Ausfuhr in westliche EU-Staaten, sondern auch den Warenaustausch der neuen EU-Mitglieder untereinander.

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