Wachstum in Europa
Hollande stellt Forderungen an Deutschland

Mehr Investitionen, mehr Wachstum, Bekämpfung der Deflation: Francois Hollande hat eine Reihe von Forderungen gegenüber Deutschland und dessen Rolle in Europa. Auch bei der EZB sieht er eine Bringschuld.
  • 9

ParisFrankreichs Präsident François Hollande fordert von Deutschland eine aktivere Wachstumspolitik. „Die Handelsbilanzüberschüsse und die Finanzsituation erlauben es, mehr zu investieren. Das ist der beste Dienst, den Deutschland Frankreich und Europa erweisen kann“, sagte Hollande der französischen Tageszeitung „Le Monde“ (Dienstag). Frankreich selbst setze die angekündigten Reformen um, aber die Bemühungen zur Defizitreduzierung seien auch vom Wachstum abhängig. „Wir verlangen von Deutschland nicht irgendeine Art von Nachsicht, sondern eine stärke Unterstützung des Wachstums.“

Gleichzeitig warnte Hollande vor einem anhaltenden Sinken des Preisniveaus. „Es gibt ein ernsthaftes Deflationsrisiko in Europa. In Frankreich ist die Inflation noch nie so niedrig gewesen“, sagte der Präsident mit Blick darauf, dass fallende Preise den realen Gegenwert ausstehender Schulden erhöhen und zu einem Einfrieren der Wirtschaft führen können, weil Verbraucher mit weiter fallenden Preisen rechnen und deshalb Konsumausgaben aufschieben.

Der Euro-Kurs sei zuletzt gefallen, aber noch zu wenig. „Die Bundesbank ist sich dieses Problems bewusst, wie man daran sieht, dass sie den Wunsch geäußert hat, dass die Löhne in Deutschland um drei Prozent steigen“, ergänzte Hollande. Gefragt sei vor allem die Europäische Zentralbank (EZB).

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Wachstum in Europa: Hollande stellt Forderungen an Deutschland"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Lieber Herr Hollande, natürlich ist es einfacher, in alter reflexhafter Tradition auf Geld aus Deutschland zu pochen, als selber seine Hausaufgaben zu machen. Aber Sie wollten schließlich Präsident der "Grand Nation" werden.

    Keiner hat behauptet, dass das leicht sein würde. Aber wenn Sie erfolgreicher in der Lieber als in der Politik sind, dann treten Sie doch einfach zurück und überlassen das Handwerk einem geeigneteren Kandidaten. Am besten jemanden, hinter dem das Volk steht. Und wenn der es auch nicht hinkriegt, dann sollte Frankreich sich vielleicht überlegen aus dem EURO auszusteigen, denn dann kann man wieder wie gewohnt abwerten und wettbewerbsfähiger werden, ohne auf deutsche Gaben - wie in den letzten 100 Jahren - angewiesen zu sein. Kann übrigens ein ganz schönes Gefühl sein ohne Stütze aus dem Ausland alleine gehen zu können. Und für einen richtigen Präsidenten ist es auch viel würdiger.

  • Ja, die Sache geht dem Ende zu. Leider lange und schmerzhaft.

  • Natürlich will Holland Inflation. Dann muss er nicht unpopulär sparen.
    Deutschland hat kein Geld, sondern macht nach wie vor Schulden.
    Und selbst wenn es einen Haushaltsüberschuss geben sollte, müssen erst Schulden bezahlt werden.
    Mit den erstparten Zinsen hat man Spielraum für Investitionen; Oder Abbau der kalten Progression, was mir lieber wäre als Dank aus Frankreich oder Europa.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%