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14.05.2008 

"Brasiliens Wirtschaft erlebt eine neue Phase der Stabilität", sagte Rolf Acker, Präsident des BASF-Konzerns in Südamerika und der Deutsch-Brasilianischen Industrie- und Handelskammer. "Für Unternehmen ist Wachstum planbar geworden." Die Vorteile des Standorts Brasilien bestünden nicht nur im Energiemix, Rohstoffreichtum und großen Binnenmarkt. Für die Firmen sei vor allem die Qualität der lokalen Arbeitskräfte ein entscheidender Faktor.

Ingo Fenslau, Geschäftsführer der Telekom-Sparte T-Systems in Brasilien, bestätigte: "Wir haben hier eine geringe Fluktuation, hohes Engagement der Mitarbeiter und Verständnis für Verarbeitungsprozesse, die unsere Software-Entwicklung begünstigt." Für den deutschen IT-Konzern ist Brasilien nicht zuletzt auch wegen der vielen Deutschstämmigen interessant. Im südbrasilianischen Blumenau hat die Telekom-Tochter einen Standort für Software-Entwicklung und Call-Center in deutscher Sprache aufgebaut.

Trotz der vielen positiven Entwicklungen - es gibt auch Schattenseiten: Brasiliens enorme Bürokratie beispielsweise, das unübersichtliche Steuersystem und komplizierte arbeitsrechtliche Vorschriften gelten als Hemmschuhe der Wirtschaftsentwicklung. Dennoch nehmen die Unternehmer diese Hindernisse angesichts der Dynamik der brasilianischen Wirtschaft in Kauf. "Ich kenne keinen Unternehmer, den die bekannten Schwierigkeiten davon abgehalten haben, in Brasilien zu investieren", sagt Cortes. Für den Standort spreche schon, dass Brasilien nach China unter den sogenannten Emerging Markets die höchsten ausländischen Direktinvestitionen anzieht, betonte Siemens-Chefökonom Lacerda.

Auch die gewaltigen Defizite im Straßen- und Stromnetz, in der Hafen- und Eisenbahn-Infrastruktur könnten in absehbarer Zeit abgebaut werden. Denn das von der Regierung 2007 aufgelegte Infrastruktur-Investitionsprogramm zeigt jetzt erste Erfolge. Lacerda: "Die Regierung hat wegen der hohen Steuereinnahmen gute Chancen, den Stein ins Rollen zu bringen". Im Übrigen werde der Ausbau der Straßen, Häfen und Netze ganz überwiegend von privaten Investoren finanziert.

Sorgen, dass chinesische Unternehmen den deutschen Konzernen in Brasilien zunehmend Konkurrenz machen könnten, haben die Unternehmer in São Paulo zunächst nicht: "Die chinesischen Investitionen in Brasilien sind bisher viel geringer ausgefallen als erwartet", sagte Acker. Für T-Systems-Manager Fenslau ist auch der IT-Gigant Indien bisher kein ernstzunehmender Konkurrent in Brasilien: "Wir ergänzen uns bei den Online-Diensten durch die jeweilige Spezialisierung auf unterschiedliche Regionen."

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Lula da Silva - vom Arbeiterführer zum Managerliebling

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