Wachstumsprognose gesenkt
Stagnation erschwert Iren das Sparen

Im Kampf gegen die Schulden kann Irland nicht auf eine rasche Konjunkturerholung hoffen. Die Zentralbank des Landes senkte ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr und rechnet nur noch mit einer Stagnation der heimischen Wirtschaft.
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HB DUBLIN. Die iriische Zentralbank prognostiziert nach eigenen Angaben vom Montag nur noch ein geringfügiges Plus der Wirtschaftsleistung von 0,2 Prozent. Zuvor hatten sie noch mit einem Anstieg von 0,8 Prozent gerechnet.

Trotz der mauen Aussichten mahnt die irische Zentralbank strikte Haushaltsdisziplin an. "Vor dem Hintergrund der drastisch gestiegenen Sorgen um die Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen liegt die Hauptpriorität auf kurze Sicht darin, dass der Etat für 2011 glaubwürdig den ersten Schritt eines überarbeiteten strafferen Haushaltsplans deutlich macht", heißt es in dem jüngsten Quartalsbericht der Zentralbank.

Allein die Rettung angeschlagener Banken kostet den irischen Steuerzahler bis zu 50 Mrd. Euro. Das treibt das Haushaltsdefizit in diesem Jahr in die schwindelerregende Höhe von 32 Prozent. Eine Reduzierung der Neuverschuldung unter die im EU-Stabilitätspakt vorgesehene Marke von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts hat Ministerpräsident Brian Cowen bis 2014 in Aussicht gestellt. Im kommenden Monat will Cowen dazu einen Vier-Jahres-Sparplan vorlegen.

Die Wachstumsprognose der Regierung für dieses Jahr liegt bei einem Prozent. Doch noch in diesem Monat wird eine neue Vorhersage erwartet. Die Zentralbank schraubte auch für kommendes Jahr ihre Prognose herunter. Demnach erwartet sie nur noch ein Wachstum von 2,4 Prozent statt bislang 2,8 Prozent. Die irische Wirtschaft ist besonders stark von der weltweiten Konjunkturerholung abhängig, weil die Binnennachfrage derzeit ausgesprochen schwach ist.

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