Wachstumsprognose korrigiert
Lateinamerika gerät in Abwärtssog

Auch die Staaten auf dem amerikanischen Subkontinent bekommen die weltweiten Folgen der Finanzkrise zu spüren. Sinkende Exporte und weniger Zugang zu Krediten drücken das Wachstum. Vor allem Mexiko trifft es hart.

MEXIKO-STADT. Die weltweite Finanzkrise drückt auch das Wachstum der Realwirtschaften Lateinamerikas. Die Uno für Lateinamerika-Wirtschaftskommission (Cepal) korrigierte ihre Prognose für den Anstieg des Bruttoinlandsprodukts der Region nach unten. "2009 wächst Lateinamerika nur um drei und nicht um vier Prozent, wie wir zunächst vorhergesagt haben", sagte Cepal-Generalsekretärin Alicia Bárcena in Mexiko: "Die Rezession scheint unausweichlich".

Ein deutlicher Rückgang der Auslandsüberweisungen, weniger Exporte und weniger Zugang zu externen Kredit- und Finanzierungsquellen seien Hauptursachen für das geringere Wachstum. Zudem wirkten sich der Rückgang der Weltmarktpreise für Erdöl, Kupfer, Soja und andere Rohstoffe negativ aus. Allerdings sei die Region makroökonomisch insgesamt besser vorbereitet auf die Auswirkungen als bei früheren Krisen. Die Devisenreserven seien hoch und die meisten Staaten der Region hätten dank einer Stabilitätspolitik gesunde Haushalte.

Es sei unklar, ob für Lateinamerika der Tiefpunkt der Finanzkrise bereits erreicht sei und wie lange er dauern werde, betonte Bárcena. In den vergangenen Wochen waren die großen Börsenplätze in Brasilien, Mexiko und Argentinien drastisch eingebrochen und hatten teilweise weit über ein Drittel ihres Wertes eingebüßt. Auch die großen lateinamerikanischen Währungen verloren gegenüber dem Dollar deutlich an Boden.

Nach Auffassung der Cepal muss die Region der Krise mit einer Stärkung der jeweiligen Binnenmärkte begegnen sowie einer Neuausrichtung der Exporte nach Asien und in den Pazifikraum. So könne sich Lateinamerika abschirmen gegen die schlimmsten Auswirkungen,. Für dieses Jahr erhält die Uno-Wirtschaftskommission ihre Wachstumsprognose für Lateinamerika von 4,7 Prozent aufrecht, da die Auswirkungen der Krise vor allem im kommenden Jahr zu spüren sein würden. 2007 war Lateinamerika noch um 5,7 Prozent gewachsen.

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