Wachstumsstärkung
IWF sieht bei G20-Länder viele Baustellen

Der Internationale Währungsfonds sieht noch kein abgesichert nachhaltiges Wachstum: Allerdings sei langfristig mit Reformen deutlich mehr Wachstum möglich. Ratschläge gab es dabei auch für Deutschland.
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Washington/ BerlinDer IWF hat den großen Industrie- und Schwellenländern Fortschritte bei der Schaffung eines kräftigeren, nachhaltigen und ausgewogenen Wachstums bescheinigt. Allerdings bleibe noch Luft nach oben, hieß es in dem am Freitag veröffentlichten Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu den 20 wichtigsten Staaten dieses Bereichs (G20).

Es sei gelungen, das Wachstum zu verstärken und zu beschleunigen, hieß es. Es blieben aber viele Baustellen, etwa eine ungenügende Nachfrage in etlichen Industrieländern. Auch sei das Wachstum noch nicht dauerhaft abgesichert, was sich in oftmals nur geringen Fortschritten bei der Produktivität zeige. Auch hohe Ungleichgewichte seien ein Risiko. Die bisherigen Bemühungen um mehr Ausgewogenheit in der Weltwirtschaft seien „unvollständig“. Das drücke sich in anhaltend übermäßigen Defiziten und Überschüssen im Außenhandel aus, wie auch in nach wie vor hohen staatlichen und privaten Verschuldungen in vielen G20-Ländern.

Der IWF formulierte Empfehlungen an die G20-Länder, um diese Mängel zu beheben. So sollten Länder mit größeren finanziellen Spielräumen diese nutzen, um Produktionslücken zu schließen oder aber mit mehr Investitionen – wie im Falle Deutschlands – die Wachstumskraft zu stärken. Länder ohne solche Spielräume sollten sich darum bemühen, sich finanziell wetterfester aufzustellen. Hochverschuldete Länder, wie Italien, Japan oder die USA, sollten mittelfristige Konsolidierungsstrategien entwickeln. Auch China müsse sich besser gegen Verwundbarkeiten wappnen.

Von Ländern wie Deutschland und den USA forderte der Fonds eine Anpassung ihres Politik-Mixes, um übermäßige Überschüsse und Defizite in der Leistungsbilanz abzubauen. Schließlich bedürfe es zur Stärkung der Nachhaltigkeit Strukturreformen, die sich nach den jeweiligen Länder-Erfordernissen ausrichten sollten.

Folgten die Länder den Empfehlungen, so könnten sie schon auf kurze Sicht höhere Wachstumsraten erzielen, erklärte der Fonds. In einer Simulationsrechnung kam er zu dem Ergebnis, dass bereits 2018 das Wachstum dann um 0,3 Prozentpunkte höher ausfallen könnte. Mittel- und langfristig wären die Vorteile noch weit gravierender. Bis 2028 könnte das G20-Wachstum um 3,5 Prozent höher ausfallen als vor den Fall, dass man die Empfehlungen unbeachtet ließe. Eine noch ehrgeizigere Reform-Agenda könnte sogar noch größere Zuwächse ergeben. Grundsätzlich gelte darüber hinaus, dass sich bei einem gemeinsamen und abgestimmten Handeln in der G20 erheblich größere Vorteile erzielen ließen als bei Alleingängen auf nationaler Ebene.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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