Wachstumsstrategie
Japan startet Reformmarathon

Mehr Überstunden, mehr erwerbstätige Frauen, und sogar Roboter müssen ran: Mit zig Reformen in den Bereichen Arbeitsmarkt und Steuern will die japanische Regierung den Motor der heimischen Wirtschaft am Laufen halten.
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TokioMit mehr als 200 Reformmaßnahmen will die japanische Regierung die Wirtschaft ankurbeln. Das Kabinett beschloss das umfassende Programm von Ministerpräsident Shinzo Abe am Dienstag. Vorgesehen sind unter anderem Arbeitsmarkt- und Steuerreformen. „Wir haben unsere Wachstumsstrategie hochgefahren“, sagte Abe. „Wir müssen unser Möglichstes tun, damit dieser Plan zur Erholung der Wirtschaft alle Teile des Landes erreicht.“

Abe hatte jüngst schon mehrere frühere Versionen der Wachstumsstrategie veröffentlicht. Sie läuft unter der Bezeichnung „dritter Pfeil“ - neben den beiden Pfeilen Geld- und Finanzpolitik. Diese hatten der japanischen Konjunktur seit Abes Amtsantritt etwas Auftrieb gegeben.

Nun soll unter anderem die Unternehmenssteuer gesenkt werden - von derzeit über 35 Prozent auf unter 30 Prozent ab nächstem Jahr. Zudem sollen Überstundenregeln für Angestellte gelockert werden. Um dem Fachkräftemangel wegen Überalterung und niedriger Geburtenrate entgegenzuwirken, sieht das Paket auch Initiativen zur Gleichstellung von Frauen sowie zusätzliche ausländische Arbeitskräfte und die Nutzung von Robotern vor.

Ziel sind nach Abes Darstellung Investitionen und Innovationen. Experten bezweifeln allerdings, ob die lange Liste von Vorschlägen tatsächlich umgesetzt wird und ob die Maßnahmen den gewünschten Effekt haben. Die japanische Wirtschaft und Verwaltung gelten als nicht sehr aufgeschlossen gegenüber Veränderungen.

In Erwartung des Reformpakets waren die Kurse an den Börsen in den vergangenen Wochen gestiegen. Am Dienstag bewegte sich der Nikkei-Index minimal um 0,1 Prozent nach oben.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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