Wählerbasis eher von Opposition zu Bush getragen
Kerry erhält Unterstützung der „New York Times“

Anders als in Europa sind die US-Zeitungen offen parteiisch. Die „New York Times“ hat sich am Sonntag für die Wahl von John Kerry zum neuen US-Präsidenten ausgesprochen. Sie gab eine vernichtende Kritik an der Amtszeit von Präsident George W. Bush ab.

HB NEW YORK. Gut zwei Wochen vor dem Wahlgang ist sie die erste große Zeitung, die ihren Lesern damit eine Empfehlung gab. Auch der „Boston Globe“ aus der Heimatstadt Kerrys in Massachusetts stellte sich hinter den Senator. Die texanische Zeitung „Dallas Morning News“ und die „Chicago Tribune“ sprachen sich hingegen für Bush aus.

Bei der Wahl gehe es um Bushs „katastrophale Amtszeit“, schrieb die „New York Times“. Der Präsident habe die Regierung den radikalen Rechten überlassen und sich Ideologen und Industrieinteressen ausgeliefert. Bushs Fixierung auf Saddam Hussein komme der „Besessenheit eines Fanatikers“ gleich.

Die Regierung habe an der alarmierenden Warnung, der Irak verschaffen sich Atomwaffen, festgehalten, obwohl sie wusste, dass die Angaben falsch oder höchst zweifelhaft waren. „Den Anführern von Schurkenstaaten, darunter Iran und Nordkorea, ist ganz deutlich gemacht worden, dass der beste Schutz gegen einen Präventivschlag der USA der eigene Besitz von Atomwaffen ist“, schrieb die Zeitung.

Die „New York Times“ räumt ein, dass Kerrys Wählerbasis eher von der Opposition zu Bush als Begeisterung für ihn selbst getragen ist. Das sei unfair. „Er hat Qualitäten, die die Grundlage für einen großartigen Regierungschef sein können“, schrieb die Zeitung. „Die Geschichte hat George W. Bush mehrfach die Chance gegeben, eine heroische Rolle zu spielen, und jedes Mal hat er den falschen Weg eingeschlagen.“

Die „Dallas Morning News“ sprach sich dagegen für Bush aus. „Die Amerikaner wollen und brauchen einen Präsidenten, dessen Rückgrat durch Mut gestählt und dessen Herz von Mitgefühl gezeichnet ist“, schrieb die Zeitung. Kerrys Standpunkte seien unklar, sein Versprechen, mehr europäische Verbündete für den Einsatz im Irak zu gewinnen, Fantasie.

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