Während des G20-Gipfels Kim Jong-Un provoziert mit Raketentests

Während die G20-Staaten in China über Klima und Konflikte diskutieren, testet Nordkorea erneut Raketen. Mindestens ein Sprengkörper hat offenbar den Bereich des japanischen Luftverteidigungsraums erreicht.

Nordkorea ist nach eigenen Angaben bereit für atomare Angriffe

SeoulNordkorea hat während des G20-Gipfels im benachbarten China erneut Raketen getestet. Drei Geschosse seien am Montag bis in den japanischen Luftverteidigungsraum geflogen, bevor sie ins Meer gestürzt seien, teilte das südkoreanische Militär mit. Nordkorea habe mit dem Test zum Zeitpunkt des Gipfels der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer in Hangzhou vermutlich seine Macht demonstrieren wollen. Ein Militärvertreter sagte, es habe sich um Mittelstreckenraketen gehandelt, die etwa 1000 Kilometer weit geflogen seien. Das Verteidigungsministerium in Tokio sprach von einer schweren Bedrohung der japanischen Sicherheit. Ministerpräsident Shinzo Abe sagte bei einem Treffen mit US-Präsident Barack Obama am Rande des Gipfels, der Test könne nicht verziehen werden.

Aus dem Verteidigungsministerium in Tokio verlautete, die Raketen seien wahrscheinlich 200 bis 250 Kilometer westlich der nördlichsten japanischen Insel Hokkaido im Meer niedergegangen. Die USA verurteilten den Test als rücksichtslose Bedrohung für die zivile Luft- und kommerzielle Schifffahrt in der Region. Ein amerikanischer Regierungsvertreter kündigte an, darauf zu dringen, Nordkorea wegen seiner Provokationen international zur Rechenschaft zu ziehen. Die USA stünden felsenfest zu ihrer Zusage, ihre Verbündeten zu verteidigen. Eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking äußerte die Hoffnung, dass keine der "relevanten Parteien" Schritte unternehme, die zu einer Eskalation der Spannungen führten.

Pjöngjang – Tristesse in Grau
Bauklotz-Tristesse
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Wie unsortiert aufgestellte Bauklötze ragen die Hochhäuser in Pjöngjang in die Luft. Viele von ihnen sind trotz den frischen Anstrichen heruntergekommen, einige wirken gar verwahrlost.

Bunt und doch verwahrlost
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Knapp 2,9 Millionen Nordkoreaner leben in der Hauptstadt Pjöngjang, die zugleich auch die größte Stadt des Landes ist. Viele von ihnen leben unter der Armutsgrenze.

Ungepflegte Häuser sind normal
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Betrachtet man die Häuser aus der Nähe, sieht man, wie ungepflegt die Wohnblöcke aussehen. Umgerechnet gerade einmal 100 Euro verdient ein durchschnittlicher Arbeiter. Zu wenig, um das eigene Zuhause zu renovieren.

Besserung in kleinen Schritten
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Dabei sieht die Stadt heute moderner und oftmals gepflegter aus als noch vor zehn Jahren. In diesem Viertel etwa leben besser verdienende Schichten, wie etwa Wissenschaftler und Ingenieure. Vereinzelt sind auch Autos zu sehen. Ein Bild, das die Verantwortlichen vermutlich gerne nach außen dringen lassen.

Im Netz
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Seit einigen Jahren gibt es in der Diktatur sogar Zugänge zu Computern und auch dem Internet. Knapp 7.000 Menschen surfen regelmäßig, weniger als 50 Internetadressen sind verfügbar.

Prunk nach außen
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Besonders stolz ist die Regierung in Nordkorea auf die modernen sauberen Metrostationen in Pjöngjang. Die Metro gilt als eine der tiefsten der Welt.

Grau, Grauer, Pjöngjang
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Abseits der Propagandabilder von Metrostationen und moderner Technik bietet sich das wahre Bild von Pjöngjang: Graue Tristesse, eingehüllt in grau-weißen Smog, der sich über die Plattenbauten der Stadt legt. Im Mittelpunkt des Fotos: Das Monument der Parteigründung.

Das politisch und wirtschaftlich nahezu vollkommen isolierte Nordkorea hat in diesem Jahr trotz scharfer internationaler Proteste einen vierten Atomtest absolviert, gefolgt von mehreren Raketenstarts. Das Land missachtete dabei Resolutionen des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen, die Nordkorea solche Tests untersagen. Die Resolutionen wurden von Nordkoreas wichtigstem Verbündeten China mitgetragen. Mit den Tests am Montag riskierte die Führung in Pjöngjang jedoch besonders, die Volksrepublik zu düpieren - ist sie doch Gastgeber des G20-Gipfels, an dem unter anderem neben Obama und Abe auch Bundeskanzlerin Angela Merkel teilnahm.

Wenige Stunden vor dem Test hatten sich Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye und Chinas Staatschef Xi Jinping am Rande des Gipfels getroffen. Park sagte dabei laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Yonhap, dass die nordkoreanischen Tests den Frieden in der Region bedrohten und die Beziehungen ihres Landes zu China vor eine Herausforderung stellten. Xi bekräftigte nach Angaben der Agentur Xinhua seine Zusage, sich für eine Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel einzusetzen. Er sagte aber auch, dass sein Land die vorgesehene Stationierung des US-Raktenabwehrsystems Thaad in Südkorea ablehne. Park erklärte, von Thaad gehe keine Gefährdung der Sicherheitsinteressen eines anderen Landes aus. Sollte die nordkoreanische Atomfrage geklärt werden, werde das Abwehrsystem auch nicht benötigt.

  • rtr
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