Währungsfonds
IWF: Mehr Kredite für arme Länder

Der Internationale Währungsfonds IWF weitet als Konsequenz aus der Weltwirtschaftskrise seine Kredithilfen für arme Länder drastisch aus.

HB WASHINGTON. Bis zum Jahr 2014 seien rund 17 Mrd. Dollar (12,1 Mrd Euro) an Darlehen für diese Staaten vorgesehen, teilte der IWF am Mittwoch in Washington mit. Zwischen 2006 und 2008 seien im Durchschnitt pro Jahr lediglich eine Milliarde Dollar an Krediten an arme Länder geflossen. Ein Großteil der Gelder solle an afrikanische Staaten südlich der Sahara gehen.

"Das ist eine beispiellose Aufstockung der IWF-Hilfen für die ärmsten Länder, südlich der Sahara und in der ganzen Welt", sagte IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn. Rund 60 Ländern, die bereits beim Weltwährungsfonds Kredite aufnahmen, werden darüber hinaus die Zinszahlungen bis Ende 2011 erlassen. Durch die Schritte könnten Mio. von Menschen vor Armut bewahrt werden, sagte Strauss-Kahn.

Damit reagiere der Fonds auf einen Appell der 20 größten Industrie- und Schwellenländer (G20), sagte der IWF-Chef. Der Fonds plane bereits in den kommenden beiden Jahren die Vergabe von acht Mrd. Dollar an Krediten. Damit übertreffe der IWF die Forderung der G20, die neue Darlehen für arme Länder in Höhe von sechs Mrd. Dollar über drei Jahre verlangt hätten.

Strauss-Kahn betonte, der Fonds habe seit Beginn der Krise seine Strukturen flexibler gestaltet und den Bedürfnissen seiner 186 Mitgliedsstaaten besser angepasst. "Wir haben zugehört und reagieren auf unsere Mitglieder", sagte der IWF-Chef. Die Maßnahmen des Fonds würden den ärmsten Länder nicht nur helfen, die Krise zu überstehen, sondern nach ihrem Ende im Kampf gegen die Armut beitragen.

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