Währungsfonds will über neue Kredittranche entscheiden: IWF beugt sich erneut dem Druck Argentiniens

Währungsfonds will über neue Kredittranche entscheiden
IWF beugt sich erneut dem Druck Argentiniens

Der Internationale Währungsfonds (IWF) wird vermutlich schon am Mittwoch über die Auszahlung der nächsten Kredittranche an Argentinien entscheiden. Ursprünglich wollte sich das IWF-Direktorium bis zur zweiten Märzhälfte Zeit lassen, doch die Regierung in Buenos Aires schaffte es einmal mehr, den Fonds unter Druck zu setzen.

ang BUENOS AIRES. Sie drohte, eine am kommenden Dienstag fällige Zahlung über 3 Mrd. $ an den IWF nur dann zu begleichen, wenn der Währungsfonds vorher die Rückzahlung des gleichen Betrags mittels der nächsten Kredittranche mehr oder weniger garantiert.

Das Direktorium muss nun beurteilen, ob Argentinien in „guter Absicht“ mit seinen privaten Gläubigern verhandelt. Denn nur dann darf der IWF an ein Land, das in Zahlungsverzug ist, Kredite vergeben. Obwohl die Regierung sich bisher kaum auf die Gläubiger zu bewegte und Verhandlungen mit den wichtigsten Anlegervertretern ablehnt, wird die nächste Tranche voraussichtlich bewilligt.

Die formalen Bedingungen des IWF hat Argentinien übererfüllt. Die Konjunktur boomt – im vergangenen Jahr wuchs die Wirtschaftsleistung um 8,4 % – und beschert dem Staat wachsende Steuereinnahmen. Für Januar meldete Wirtschaftsminister Roberto Lavagna bereits einen Haushaltsüberschuss (vor Schuldentilgung) in Höhe von 1,59 Mrd. Pesos. Der IWF hatte 1 Mrd. Pesos für das gesamte erste Quartal vorgegeben.

Angesichts dieses konjunkturellen Höhenfluges will Argentinien seinen Gläubigern in einem für Anfang April angekündigten Umschuldungsangebot vorschlagen, die Erträge neuer Bonds an das Wachstum zu koppeln. Doch Experten zweifeln, ob die hohen Raten auf Dauer zu halten sind: „Es gibt Anzeichen, dass die argentinische Konjunktur sich verlangsamt“, warnt Walter Molano von der US-Investmentfirma BCP-Securities. „Die Wirtschaft ist weiterhin stark, aber die Argentinier realisieren, dass sie Zugang zu internationalem Kapital brauchen, damit der Aufschwung anhält.“ Nach Angaben des Statistikinstitutes Indec wuchs die Industrieproduktion im Januar um 12 % gegenüber dem Vorjahresmonat – deutlich langsamer als im November (18 %) oder Oktober (16 %).

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