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Währungskrise: Der Euro im Überlebenskampf

Europa hat seine Währung längst nicht wieder im Griff. Anleihen der Schuldenstaaten werden auch im neuen Jahr bei Anlegern nicht sehr beliebt sein. Die Euro-Zone steht vor einer schwierigen Entscheidung: Transferunion oder Zerfall? Sieben Unwägbarkeiten für 2011.

Euro-Skulptur vor dem EZB-Tower: Sieben Risiken werden die Euro-Zone im kommenden Jahr besonders belasten. Quelle: dpa
Euro-Skulptur vor dem EZB-Tower: Sieben Risiken werden die Euro-Zone im kommenden Jahr besonders belasten. Quelle: dpa

BRÜSSEL. Mit einem großen Versprechen hat sich die politische Führung der Europäischen Union vom Jahr 2010 verabschiedet: "Wir werden alles Nötige tun, um die Stabilität des gesamten Euro-Währungsgebiets sicherzustellen", sagten die 27 Staats- und Regierungschefs zum Abschluss ihres Gipfeltreffens kurz vor Weihnachten in Brüssel.

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Doch die Willensbekundung ist das eine, die Umsetzung das andere. Die Europäer haben es noch längst nicht geschafft, ihre Währung zu retten. "Die Probleme wurden auf die lange Bank geschoben", kritisiert Daniel Gros, Direktor der Brüsseler Denkfabrik Centre for European Policy Studies (CEPS). Wie viele Beobachter rechnet er damit, dass internationale Investoren griechische, portugiesische, spanische und irische Staatsanleihen auch im Jahr 2011 nur mit größter Vorsicht anfassen. Mit neuen spekulativen Attacken sei jederzeit zu rechnen.

Sieben Risiken werden die EU im kommenden Jahr vor allem belasten.

Sparprogramme: Als Erstes sind das die schmerzlichen Sparprogramme. Viel wird davon abhängen, wie konsequent die Regierungen in den Hauptstädten Athen, Lissabon, Madrid und Dublin die Spar- und Sozialreformen durchziehen. Ob der politische Wille dafür auf Dauer überall ausreicht, ist keineswegs sicher. Die erste Bewährungsprobe steht schon zu Beginn des neuen Jahres in Irland bevor. Dort wird gewählt; danach wird wohl die Opposition an die Macht kommen. Sie wirft der jetzigen Regierung vor, die Banken zu schonen und alle Krisenlasten allein der Bevölkerung aufzubürden. Ein Vorwurf, den sich alle Regierungen in Europa anhören müssen. Macht die Noch-Opposition nach einem Regierungswechsel also Ernst, kann es passieren, dass zur Abwechslung einmal die Gläubiger der irischen Banken zur Kasse gebeten und die Steuerzahler entlastet werden.

Banken: Die Banken sind das zweite Risiko. Die EU hat ihre großen Banken immer noch nicht richtig saniert. Würden sie zur Verantwortung gezogen, käme dieses schwere Versäumnis des bisherigen Krisenmanagements erst richtig zum Tragen. Vor allem spanische und deutsche Geldinstitute gelten als unterkapitalisiert. Sie haben längst nicht alle Bilanzrisiken offengelegt - vor allem jene im Zusammenhang mit den kollabierten Immobilienmärkten in Irland und Spanien. Sollten die Iren die staatliche Vollgarantie für die Banken zurückziehen, könnten auch deutsche Kreditinstitute ins Wanken geraten. Auch der für 2011 angekündigte zweite europäische Banken-Stresstest könnte Deutschland in Bedrängnis bringen. Gut möglich, dass Bund, Länder und Sparkassen dann gezwungen sein werden, bei Landesbanken und anderen öffentlichen Instituten Kapital nachzuschießen.

Staatsfinanzen: Das ganze Ausmaß der Krise wird voraussichtlich mit Verspätung, also wohl im kommenden Jahr, voll zutage treten. Das gilt nicht nur für die Banken, sondern auch für die Staatsfinanzen. Das dritte Risiko.

  • 04.01.2011, 18:46 UhrAnonymer Benutzer: Carlos Anton

    @China ante Porta oder schon in Porta (48): Was Sie schreiben stimmt so nicht. Seit Einführung des Euros flossen gerade in die Peripherieländer Kapitalexporte und eben nicht nach Deutschland, wo diese (z.b. im Osten) auch sehr nötig gewesen wären. Leider haben diese Peripherieländer diese Gelder nicht intelligent genutzt. Sie flossen entweder in den Konsum oder in den Aufbau von Monostrukturen (z.b. bauwirtschaft in Spanien). Ausserdem sind die Löhne in diesen Ländern zu hoch und nicht zu niedrig. Was diesen Ländern fehlt ist der deutsche Mittelstand und gut ausgebildete Arbeitskräfte. Da der Weg dahin ist langer und schwieriger ist, meiden ihn Politiker und stimulieren lieber den Konsum.

  • 04.01.2011, 06:48 UhrAnonymer Benutzer: China ante Porta oder schon In Porta

    ich bin überzeugt dass die meisten europäische Regierungschefs erkannt haben dass bei der Euroeinführung Fehler gemacht wurden, sie wissen aber auch dass ein Aufgeben des EURO jetzt ein noch größerer Fehler wäre. Es wurde, nicht zuletzt wegen der Wiedervereinigung, zu schnell gehandelt. Die heutige Regeln degradieren die Peripherieländer zu billiglohnländer. Das Großkapital landet hauptsächlich in Deutschland und auch, aber weniger, in Frankreich.
    Sinnvoll wäre jetzt die EU-Regeln so zu ändern, dass auch die Wirtschaftsschwache Länder eine Chance haben eine Wettbewerbsfähige Wirtschaft zu entwickeln.
    Dies wäre auch im interesse Deutschland und der europäischen integration.
    Auch der Gerechtigkeitswegen und um die Gefahr einer Einflussnahme nicht-europäischer Wirtschaftsnationen zu vermeiden ist es jetzt unerlässlich und dringend.
    Das größte Hindernis dazu ist der immer stärker werdender National-Egoismus. besonders in Deutschland, wegen der prekären Lage der Koalition, wird uns aber den Mut dazu fehlen.

  • 04.01.2011, 06:15 UhrAnonymer Benutzer: @[38] Carlos Anton - Netto-Auslandsvermögen


    Das will ich damit sagen:
    Mit jedem Überschussjahr steigen die Forderungen von deutschen Unternehmen, Privatpersonen und banken gegen das Ausland. Laut bundesbankstatistik haben die Deutschen zu Ende September 2009 ein Netto-Auslandsvermögen von 808,9 Mrd. Euro angesammelt. im Jahr 2000 waren es erst 67 Mrd. Euro - und damit weniger als ein Zehntel.

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