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Währungskrise: Die Lebenslügen des Euro

Immer neue Gipfel und neue Maßnahmen sollen die Finanzmärkte beruhigen, die strukturellen Probleme der Währungsunion jedoch lösen sie nicht. Es ist Zeit für die Politik, sich zu den Lebenslügen des Euros zu bekennen.

Quelle: WirtschaftsWoche OnlineBild 2 von 9

Lüge 1: Wohlstand für alle

Ein gemeinsamer Wirtschaftsraum braucht ein gemeinsames Geld. Mit diesem Postulat warben die Politiker in den Neunzigerjahren für eine Einheitswährung in Europa. Unter dem Dach einer gemeinsamen Geldpolitik sollten alle Länder von stabilen Preisen und mehr Wohlstand profitieren. Die ökonomischen Fakten sprachen schon damals dagegen. So macht eine Einheitswährung ökonomisch nur Sinn, wenn die Mitglieder einen sogenannten „optimalen Währungsraum“ bilden. Dazu müssen die Löhne und Preise flexibel und die Arbeitskräfte mobil sein. Güter- und Kapitalmärkte sollten stark vernetzt sein. In den meisten Euro-Ländern aber sind die Löhne nicht hinreichend flexibel und die Arbeitskräfte wenig mobil.

Bild: SAP/dpa