Währungsstreit
China gibt sich kompromissbereit

Chinas Präsident Hu Jintao setzt im Vorfeld des G20-Treffens in Südkorea auf Entspannung im weltweiten Währungsstreit. China sei durchaus bereit mit anderen Ländern zu kooperieren, um ein ausgewogenes Wirtschaftswachstum zu erzielen. Die USA sind skeptisch.
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HB PARIS. Im weltweiten Währungsstreit deutet China Kompromissbereitschaft an. Die Volksrepublik wolle ihr Wechselkurssystem perfektionieren, um die Flexibilität der Landeswährung Yuan zu erhöhen, sagte Präsident Hu Jintao in einem am Montagabend veröffentlichten Interview mit der französischen Zeitung "Le Figaro". China sei auch bereit, mit anderen Ländern zusammenzuarbeiten, um ein ausgewogenes Wirtschaftswachstum zu erzielen. Es sei wichtig, die Fairness im Handel durch die Bekämpfung von Protektionismus zu steigern. Hu besucht den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy vom 4. bis zum 6. November.

Die USA werfen China vor, die Landeswährung künstlich niedrig zu halten, um so den Exporteuren Vorteile im Welthandel zu verschaffen. China warnte die USA indes davor, den Yuan-Kurs zum Sündenbock für die eigenen Wirtschaftsprobleme zu machen.

In Washington rechnet man damit, dass Währungskonflikt mit China auch nach dem kommenden G20-Treffen in Südkorea weiter schwelen wird. "Wir gehen nicht davon aus, dass der Streit mit der Volksrepublik ein für alle Mal in Seoul beigelegt wird. Dazu sind weitere Bemühungen nötig", sagte der stellvertretende Sicherheitsberater im US-Präsidialamt, Michael Froman, am Montag vor Journalisten. Obama wird vom 10. bis zum 12. November im Rahmen eins zehntätigen Asien-Besuchs am G20-Treffen in Seoul teilnehmen.

Während der Finanzkrise 2008 hatte die Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) eine entscheidende Rolle bei der Koordinierung gespielt. Seit dem Beginn des weltweiten Wirtschaftserholung verschlechterte sich aber der Zusammenhalt, weil einige Länder ihre Exporte über eine Währungsabwertung stützen und am Devisenmarkt intervenieren. "Es besteht ganz klar die Gefahr, dass unkoordinierte und einseitige Maßnahmen einem starken, nachhaltigen und ausgeglichenem Wirtschaftswachstum schaden", sagte die Unterstaatssekretärin in US-Finanzministerium, Lael Brainard.

Am Rande des G20-Treffens will Obama ein Gespräch unter vier Augen mit dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao über den Währungsdisput führen. Der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, sagte bei einer Konferenz in Agadir, die G20 müssten mehr tun, um die internationale Aufsicht über den Finanzsektor zu stärken.

China hatte die feste Bindung der Landeswährung Yuan an den Dollar im Juni aufgegeben. Seither darf sich der Yuan täglich in einer Spanne um einen Referenzkurs bewegen. Die Volksrepublik will dem Yuan nur nach und nach mehr Spielraum zugestehen. Die USA werfen China vor, die Landeswährung künstlich billig zu halten, um so den Exporteuren Vorteile im Welthandel zu verschaffen. China warnte die USA indes davor, den Yuan-Kurs zum Sündenbock für die eigenen Wirtschaftsprobleme zu machen.

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