Währungsstreit
EU fordert Yuan-Aufwertung

Mit Jean-Claude Juncker, Jean-Claude Trichet und Olli Rehn umwerben alle EU-Spitzenvertreter den chinesischen Regierungschef Wen Jiabao. Um Europas Exporte wettbewerbsfähig zu halten, soll Chinas Währung aufgewertet werden.
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HB BRÜSSEL. Die EU verlangt von China die Aufwertung seiner Währung. Die Entscheidung der chinesischen Zentralbank von Mitte Juni, die feste Anbindung des Yuan an den US-Dollar aufzuheben, habe bisher nicht die gewünschte Wirkung auf die Wechselkurse gezeigt, sagte der Vorsitzende der Euro-Finanzminister, Luxemburgs Jean-Claude Juncker, am Dienstag in Brüssel nach einem Treffen mit dem chinesischen Regierungschef Wen Jiabao am Rande des EU-Asien-Gipfels.

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, stieß ins gleiche Horn: "Die Entwicklung des effektiven Wechselkurses ist nicht genau das, was wir erhofft hatten." EU-Währungskommissar Olli Rehn fügte hinzu, ein aufgewerteter Yuan könne nicht nur China helfen, sondern auch Europa: "Die EU ist der größte Exportmarkt Chinas. Eine stärkere europäische Wirtschaft ist im Interesse von China. Wenn der Euro zu stark belastet wird, könnte die Wirtschaft in Europa geschwächt werden." Alle drei EU-Spitzenvertreter hatten mit Wen gesprochen.

China wird seit Jahren vorgeworfen, seine Ausfuhren mit dem künstlich unterbewerteten Yuan zu verbilligen. Die US-Amerikaner treten inzwischen sehr hart auf; die Repräsentantenhaus beschloss Ende September Strafzölle für chinesische Importe.

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  • Herr WFriedrich,
    bleiben sie geduldig, diese von ihnen beschrieben Marktverwerfungen lösen sich Mittelfristig von selbst. Dann wenn sich letztendlich die wirklich elementaren bedürfnisse der Menscheit durch gesetzt haben. Alles andere ist sozusagend "Luxus".

    Versprochen


    Ein kleines bsp.
    ich bin unter anderem Radio und Fernsehtechniker, ein Loewe Röhrenfernseher kostete in der Regel immer das dreifache gegenüber einem asiatischen Gerät. Aber sie konten auf den Ausfall eines solchen die Uhr danach stellen. Noch viel schlimmer, ich kenne kein noch so billiges asiatisches Gerät, daß dafür bekannt war ihr ganzes Haus an zu stecken. Aber JEDES Loewe Röhrengerät von 1995 bis 2005 war in der Lage dazu. Und wenn keine Werkstatt ein Auge auf ein solches Gerät geworfen hat, betreibt der besitzer eine tickende Zeitbombe, noch heute.

  • China wird seine Währung wohl bald auch ohne äußeren Druck von Währungen entkoppeln, die sich infolge der Geldmengenaufblähung entwerten. in dieser Ausgabe wird ein interwiew mit Marc Faber veröffentlicht, die das Gefahrenpotential beschreibt (ggf. übertreibt). beim Ringen um den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit setzen einige Staaten zu stark auf die belebung der Nachfrage mittels ausufernder Schulden, statt auf Rationalisierung. im Grunde ändern sie den Maßstab nach freiem belieben, und erhalten so für gleiche Messobjekte unterschiedliche Messergebnisse nach Wunsch. Eigentlich ist das Selbsttäuschung zur Verschleierung der tatsächlichen Wettbewerbsfähigkeit der Güter und Dienstleistungen. Ursache ist das Unvermögen, "Wohlstandsgebirge" (Zitat biedenkopf) zu überwinden. Obwohl Deutschland mit beachtlichem Erfolg auf die Wettbewerbsfähigkeit der Anbieter gesetzt hat, muss das Land dennoch mit Kritik rechnen. So könnten die divergierenden Preise wichtiger Exportgüter am binnen- und Exportmarkt als Quersubventionierung verstanden werden. Wir sollten solcher Kritik zuvor kommen und unsere Produktivität steigern, um für gleiche Güter im binnenmarkt ebenfalls niedrige Preise wie im Export verkraften zu können. So könnten Reimporte reduziert werden, die viele einheimsche Händler beklagen. Ohne den Euro würde die dt. Währung via der Außenhandelspreise und Exportüberschhüsse vmtl. auch unter erheblichen Aufwertungsdruck geraten. Da uns der Euro zuverlässig dagegen schützt, werden die Exportpreise in den Fokus geraten. Diesem Druck kann nur widerstanden werden, wenn die Richtigkeit der niedrigen Exportpreise anhand gleicher binnenmarktpreise nachgewiesen werden kann. Wir sollten uns wirklich ohne fremden Anstoß bewegen, damit weitere Exportflankierungen nicht auf Prüfstand geraten.

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