Währungsstreit
IWF-Chef legt sich mit China an

Der Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, hat im Währungsstreit Partei für die USA ergriffen und zugleich scharf Kritik an China geäußert. Weltbank-Präsident Robert Zoellick warnte vor Währungsturbulenzen.
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HB PARIS/WASHINGTON/TOKIO. IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn attackiert China im Währungsstreit. Sollte die Volksrepublik ihre Währung nicht stärker aufwerten, könnte es zu einer neuen Krise kommen, sagte Strauss-Kahn der französischen Zeitung „Le Monde“ am Donnerstag. „Die Unterbewertung des Yuan ist die Quelle von Spannungen in der Weltwirtschaft, die dabei sind, zu einer Bedrohung zu werden.“ Der Konflikt dürfte das am Freitag beginnende Treffen der Finanzminister der sieben wichtigsten Industriestaaten (G7) bei der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds bestimmen.

Zuletzt wurden gar Warnungen vor einem Währungskrieg zwischen Industrie- und Schwellenländern laut. Die USA und die EU-Kommission werfen China vor, den Wechselkurs des Yuan künstlich niedrig zu halten und sich damit unfaire Vorteile im Außenhandel zu verschaffen.

Der Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, ergriff in dem Streit Partei für die USA und äußerte ebenfalls scharfe Kritik an China. Die Abwertung des Dollar helfe den USA ihre defizitäre Handelsbilanz in Ordnung zu bringen. "Dies dient auch der weltwirtschaftlichen Stabilität", sagte Horn Handelsblatt Online. "Dazu gehört dann auch, dass die dynamischer wachsenden Länder wie die Emerging Markets aufwerten", betonte er. Problematisch aus weltwirtschaftlicher Sicht sei dabei allerdings, dass China sich dieser Aufwertung entzieht. "Hier liegt das Problem und nicht in den USA."

EU-Handelskommissar Karel De Gucht schlug am Donnerstag erneut in diese Kerbe, äußerte zugleich aber Zweifel an einem aggressiven Vorgehen gegen die Volksrepublik. „Die Chinesen werden ihre Währung nicht auf Druck von außen aufwerten“, sagte er vor Journalisten.

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