Waffengeschäfte
Saudi-Arabien versucht zu beschwichtigen

Der umstrittene Panzerverkauf an Saudi-Arabien soll schon vor einem Jahr eingefädelt worden sein. Riad reagiert auf deutsche Kritik lapidar: Notfalls könnten auch Russland liefern.
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Riad/IstanbulNicht nur die Bundesregierung spricht ungern über das Panzergeschäft mit Saudi-Arabien. Auch die Herrscher des islamischen Königreiches sind wortkarg. Vor allem über die Sorge von Menschenrechtsgruppen, dass die Saudis die Leopard-Kampfpanzer im Falle eines Aufstandes gegen ihr eigenes Volk einsetzen könnten, mag man in Riad gar nicht sprechen.

Die Debatte, die aktuell in Berlin über das Rüstungsgeschäft geführt wird, hatten die Saudis aber wohl erwartet - zum einen wegen des Einsatzes der saudischen Nationalgarde während der jüngsten Unruhen in Bahrain, zum anderen, weil jetzt auch bei der Niederschlagung der Proteste in Syrien Panzer im Einsatz sind.

Man habe die Deutschen beschwichtigt und ihnen versichert, dass diese Leopard-Panzer nur gegen äußere Bedrohungen eingesetzt würden, erklären saudische Militärs. „Saudi-Arabien muss sich bewaffnen, so wie jedes andere Land auch“, heißt es in Riad. Und wenn die Deutschen die bestellten 200 Panzer nicht liefern wollten, dann werde man eben auf Panzer aus russischer Produktion zurückgreifen.

Eingefädelt wurde das umstrittene Geschäft nach inoffiziellen Informationen aus Saudi-Arabien bereits im vergangenen Jahr - bevor die arabischen Revolutionen in Tunesien, Ägypten und Libyen begonnen hatten. Die Saudis testeten parallel den „Leopard 2“ und ein russisches Modell, im Winter und in der Hitze des Sommers. Die deutschen Panzer schnitten besser ab, so dass sich ein Militärkomitee schließlich für die Bestellung in Deutschland aussprach.

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