Waffenkammer präsentiert
Polizei verhindert Anschläge in Istanbul

Fünf Wochen nach den verheerenden Selbstmordanschlägen von Istanbul hat die türkische Polizei große Mengen Sprengstoff sichergestellt, darunter mehrere Säcke des hochexplosiven Militärsprengstoffs RDX. Das teilte der Istanbuler Provinzgouverneur Muammer Güler am Freitag bei einer Pressekonferenz mit, bei der er die umfangreiche „Waffenkammer“ der türkischen Terrorzelle präsentierte.

HB ISTANBUL. Dank der Ermittlungserfolge der Polizei seien weitere Anschläge in der Stadt vereitelt worden. Die Selbstmordanschläge vom November seien nunmehr „von der Planungsphase bis zur Ausführung“ durchleuchtet, sagte der Gouverneur weiter.

Bei den Anschlägen auf zwei Synagogen sowie das britische Generalkonsulat und eine britischen Bank waren über 60 Menschen getötet und mehr als 750 verletzt worden. Seither wurden nach Angaben des Gouverneurs 35 mutmaßliche Terroristen und Helfer, darunter auch einige der führenden Köpfe, verhaftet. Die Anschläge seien von einer zuvor nicht polizeilich erfassten Gruppe verübt worden, die einen Ableger des Terrornetzwerks El Kaida in der Türkei aufbauen wollte. Über welche Kanäle die internationalen Verbindungen liefen, werde man wissen, sobald auch die ins Ausland geflohenen Anführer gefasst seien.

Zu der Anschlagsserie in Istanbul hatten sich die zuvor wenig beachtete türkische Islamisten-Gruppe IBDA-C und das internationale Terrornetzwerk von Osama bin Laden bekannt.

Bei einer Polizeirazzia in der westtürkischen Stadt Izmir wurden unterdessen 15 Kilogramm Plastiksprengstoff beschlagnahmt. Gegen ein mutmaßliches Mitglied der kurdischen Arbeiterpartei (PKK) erging Haftbefehl. Der Mann hatte den Sprengstoff als Frachtgut in einem alten Fernseher aus der südosttürkischen Stadt Mardin zugeschickt bekommen. Die Polizei vermutet, dass der C4-Sprengstoff aus dem Nordirak stammt und zu Anschlägen in der Türkei dienen sollte.

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