Waffenlager entdeckt
„Saddam gehen die Verstecke aus"

Nach eigenen Angaben ist das US-Militär trotz einiger Rückschläge Saddam dicht auf den Fersen. Am Montag haben US-Soldaten bei ihren Razzien den untergetauchten ehemaligen irakischen Präsidenten Saddam Hussein erneut offenbar ganz knapp verpasst. Am Dienstagmorgen verbuchten sie zumindest einen Teilerfolg, als sie in Tikrit einen engen Mitarbeiter Saddams in Tikrit festnahmen.

HB/rtr/dpa BAGDAD. Nach Angaben eines US-Militärsprechers in Bagdad handelt es sich bei dem Festgenommenen um einen Leibwächter des flüchtigen Ex-Präsidentent. Weitere Einzelheiten nannte er nicht. Außerdem wurden drei andere Männer von den US-Soldaten gefangen genommen. Die Männer würden verhört, sagte der Militärsprecher. In einem Fernsehbericht war ein Mann mit einer blutigen Augenbinde zu sehen, der von Soldaten aus einem Haus abgeführt wurde. In Tikrit, der Heimatstadt von Saddam Hussein, hatten US-Soldaten zudem einen großes Waffenlager entdeckt.

Der stellvertretende US-Außenminister Richard Armitage sagte, die Soldaten hätten Saddam am Montag nur „um Stunden“ verfehlt. Im Sender CNN sagte Armitage weiter, Saddam sei „kein Osama bin Laden“, und nicht daran gewohnt, sich in der Wildnis zu verstecken, deshalb werde man ihn bald fangen. Spezialeinheiten suchten im Umland von Tikrit und in der Umgebung von Bagdad nach ihm.

„Wir sind nahe dran, Saddam bald zu schnappen“, erklärte Armee-Sprecherin Amy Abbot am Montag. Viele Iraker treten demnach mit Informationen an die US-Militärs heran. „Ihm gehen die Orte aus, an denen er sich verstecken kann“, sagte Abbot. Die USA hoffen, dass die Belohnung von 25 Millionen Dollar, die für Hinweise, die zur Ergreifung Saddams führen, ausgesetzt sind, weitere Informanten anlocken wird.

In der irakischen Bevölkerung regt sich zunehmend Unmut gegen die Vorgehensweise der Besatzungstruppen. In Mansur, einem wohlhabenden Stadtteil von Bagdad, hatte eine Spezialeinheit am Sonntagabend eine Villa gestürmt, ohne aber offenbar eine Spur von Saddam zu finden. Die Soldaten eröffneten in der Nähe der Villa das Feuer auf zwei Autos und töteten fünf Iraker, darunter auch einen Jungen. Einheimische warfen den USA darauf Willkür vor. Das Militär erklärte, über die Aktionen der Spezialeinheit dürfe es keine Aussagen machen.

Für Saddams Söhne zusammen waren 30 Millionen Dollar ausgesetzt gewesen. Die US-Regierung betont bei fast jeder Gelegenheit, dass sie das Geld an den Informanten auch auszahlen wird. Udai und Kusai Hussein waren vor einer Woche im nordirakischen Mossul getötet worden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%