Waffenlieferung vereinbart
Amerikaner wollen Indien aufrüsten

Nach dem als „historisch” bezeichneten Atom-Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Indien will die amerikanische Regierung dem Land moderne konventionelle Waffensysteme verkaufen. Geliefert werden könnten vor allem Kampfflugzeuge oder Hubschrauber.

HB WASHINGTON. Das US-Verteidigungsministerium kündigte zeitgleich mit dem Besuch von Präsident George W. Bush in Indien an, der nächste Schritt sei nun, Gespräche über künftige Geschäfte in die Realität umzusetzen. Vor einigen Jahren hätte noch niemand über die Aussichten auf ein Rüstungsgeschäft mit Indien gesprochen.

„Heute sind die Aussichten vielversprechend, ob im Bereich Kampfflugzeuge oder Hubschrauber (...)“, hieß es in der Erklärung. Ein bestimmtes Geschäft nannte das Ministerium nicht, betonte aber, es sei bereit, F-16-Kampfjets von Lockheed Martin sowie F/A-18-Jets von Boeing zu liefern.

Bush hatte die vereinbarte Zusammenarbeit bei der zivilen Nutzung der Atomenergie nach einem Treffen mit dem indischen Ministerpräsidenten Manmohan Singh in Neu-Delhi als „historisches Abkommen“ bezeichnet. Sollte auch der US-Kongress dem Vertrag zustimmen, könnte Indien von US-Unternehmen Atomtechnik kaufen. Dies wäre ein bedeutender Durchbruch für das Land.

Bush sollte am Freitag zusammen mit seiner Ehefrau Laura für einige Stunden die indische High-Tech-Metropole Hyderabad besuchen. Am Abend ist dann eine Rede Bushs in Neu-Delhi geplant.

Trotz der politischen Annäherung der Staaten dauerten die Proteste gegen Bush fort. Hunderte Demonstranten gingen in Hyderbad auf die Straße. Sie riefen „Bush - Hände weg von Indien“ und „Bush - geh nach Hause“. Einige verbrannten eine Puppe, die den US-Präsidenten darstellen sollte. Auf Plakaten stand zu lesen: „Allah ist die Supermacht, nicht die USA“. Zu dem Protestmarsch hatten kommunistische Parteien und muslimische Organisationen aufgerufen.

Im indischen Teil Kaschmirs an der Grenze zu Pakistan protestierten am Freitag rund 100 Jugendliche auf Mopeds gegen den Besuch Bushs. Sie nannten ihn „Mörder von Muslimen“ und „größten Terroristen der Welt“.

Von Hyderbad wollte Bush nach Pakistan weiterreisen. Schon Stunden vor der Ankunft des US-Präsidenten versammelten sich in Islamabad etwa 1000 Demonstranten. Sie riefen „Mörder, verschwinde“ oder „Tod den USA“. Die Polizei setzte Schlagstöcke ein, um die Menge auseinanderzutreiben.

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