Waffenlieferungen an Militärkoalition: Saudi-Arabien kommt zügiger an US-Waffen

Waffenlieferungen an Militärkoalition
Saudi-Arabien kommt zügiger an US-Waffen

Eine internationale Allianz um Saudi-Arabien kämpft gegen die Huthi-Rebellen im Jemen. Nun bekommen die Kämpfer neue Waffen. Die USA beschleunigen ihre Lieferungen – und wollen mit Geheimdienstinformationen helfen.
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RiadDie USA beschleunigen die Waffenlieferungen an Saudi-Arabien und die mit dem Königreich verbündeten Staaten, die im Jemen Luftangriffe auf schiitische Aufständische fliegen. Washington stelle außerdem zusätzliche Geheimdienstinformationen zur Verfügung, sagte der stellvertretende US-Außenminister Antony Blinken in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad. Außerdem sei eine gemeinsame Arbeits- und Planungsgruppe gebildet worden, die im saudi-arabischen Operationszentrum die Angriffe betreue.

Blinken hatte am Dienstag mit wichtigen Mitgliedern der saudischen Königsfamilie gesprochen und auch Jemens Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi getroffen. Dieser ist vor den vorrückenden Huthi-Rebellen ins Ausland geflohen. Blinken sagte, die USA und die sechs Staaten des Golf-Kooperationsrates müssten eng zusammenarbeiten und alle Parteien zu einer politischen Lösung drängen. Bei den Kämpfen kamen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation mindestens 560 Menschen um, mehr als 1700 wurden verletzt, etwa 100.000 sind auf der Flucht.

Das sunnitische Saudi-Arabien und seine Verbündeten fliegen seit zwei Wochen Luftangriffe auf die Rebellen. Die Gruppe aus dem Norden des Landes hatte im Januar bereits die Hauptstadt Sanaa vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Riad wirft dem Iran vor, die Huthis zu unterstützen, doch gibt es dafür bisher nur wenige Belege. Mit den Luftangriffen sollte nun der Vormarsch der Miliz auf die südliche Hafenstadt Aden gestoppt werden.

Doch die Huthis haben sich bislang nicht aufhalten lassen. Deswegen gibt es Spekulationen, dass bald Bodentruppen eingesetzt werden. Die Geheimdienstinformationen könnten Saudi-Arabien helfen, Angriffsziele im Jemen besser zu identifizieren.

US-Verteidigungsminister Ashton Carter äußerte sich derweil besorgt, dass die Dschihadistengruppe Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (Aqap) das aktuelle Chaos im Jemen nutzt, um ihr Einflussgebiet auszuweiten. Carter kündigte an, dass die USA weiter gegen die Bedrohung durch die Extremisten vorgehen würden, auch wenn dies mit einer funktionierenden Regierung natürlich einfacher sei. Die USA fliegt seit Jahren Drohnenangriffe auf Aqap-Mitglieder. Der Gruppe gelang es angesichts der aktuellen Kämpfe, das Armeehauptquartier und den Hafen von Al-Mukalla zu erobern.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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