Waffenlieferungen
Eskalation in Syrien gefährdet Friedenskonferenz

Syriens Präsident Assad sieht sich kurz vor einem Sieg über die Rebellen. Unterstützt wird er von der Hisbollah und hochmodernen Waffen aus Russland. Die neuen Entwicklungen gefährden die Syrien-Konferenz.
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Istanbul/WashingtonIm syrischen Bürgerkrieg setzen die Konfliktparteien trotz internationaler Friedensbemühungen zunehmend auf einen militärischen Sieg. Präsident Baschar al-Assad erklärte am Donnerstag, dass erste Teile des russischen Flugabwehrsystems S-300 in Syrien eingetroffen seien.

Der syrische Machthaber glaubt, dass seine Truppen im Kampf gegen die Rebellen bereits das Schlimmste überstanden haben. Dazu haben nach seinen Worten Waffenlieferungen aus Russland und die libanesische Hisbollah-Miliz beigetragen. Die wichtigste Oppositionsplattform sagte angesichts der Eskalation ihre Teilnahme an den im Juni in Genf geplanten Friedensgesprächen ab.

In einem Interview mit dem Hisbollah-Sener Al-Manar sagte Assad: „Wir sind zuversichtlich und sicher, dass wir siegen werden, und ich kann bekräftigen, dass Syrien bleiben wird, wie es war.“

Assad sprach von einem „Weltkrieg gegen Syrien und den Widerstand“ - ein Verweis auf die libanesische Schiiten-Miliz Hisbollah, die aufseiten der Regierungstruppen im syrischen Bürgerkrieg im Einsatz ist. Syrien würde nach dem Sieg sogar noch eine wichtigere Rolle in der Region einnehmen und Widerstandskämpfer in der gesamten arabischen Welt unterstützen, sagte Assad.

Die russische Armee hatte die Leistungsfähigkeit ihrer Flugabwehrraketen S-300 in den vergangenen Tagen bei einer Übung medienwirksam demonstriert. „Das militärische Kräfteverhältnis hat sich jetzt komplett zugunsten der Armee verschoben“, betonte Assad.

Aus Israel, das noch Anfang der Woche mit einer angemessenen Antwort auf die russischen Lieferungen gedroht hatte, kam zunächst keine Reaktion. Israel hatte zuvor betont, es werde der Lieferung der Flugabwehrraketen an Syrien nicht tatenlos zusehen. Die Behauptungen Assads über die bereits erfolgte erste Teillieferung wollte Mark Regev, Sprecher von Regierungschef Benjamin Netanjahu, zunächst ebenso wenig kommentieren wie den Rest der Rede.

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  • hochmoderne Waffen aus Russland: das sind Flugabwehrraketen, die Russland liefert. raketen, die luftangriffe anbwehren sollen.
    man sehe sich mal an wie hochgerüstet die "Rebellen" sind: edelste Ware aus westlichen Waffenschmieden, während Assad seine Demokratisierungsagenda in die Tonne treten darf auf Druck der "Rebellen".

  • Die türkische Zeitung Zaman berichtete, Beamte der türkischen Polizei Emniyet Genel Müdürlüğü (EGM, »Generaldirektion für Sicherheit«) hätten am frühen Mittwochmorgen in der südtürkischen Stadt Adana zwei Kilogramm des Nervengases Sarin beschlagnahmt. Die Chemiewaffen befanden sich in der Hand der Terrorgruppe Dschabhat al-Nusra
    Die EGM konnte zwölf Mitglieder der Terrorzelle festnehmen und beschlagnahmte darüber hinaus weitere Schusswaffen und digitale Geräte. Dies ist nunmehr die zweite offizielle Bestätigung für den Besitz und möglichen Einsatz von Chemiewaffen durch al-Qaida nahestehende Gruppen in Syrien. Bereits zuvor hatte die UN-Inspektorin Carla Del Ponte den Einsatz von Chemiewaffen durch vom Westen unterstützte Terroristen in Syrien bestätigt


  • Es ist eine reine Illusion zu glauben, mit einem Sieg der Sunniten würde irgendeine Art von Demokratie installiert.
    In einigen Gebieten Syriens, wo die Rebellen die Oberhand haben, herrscht bereit wieder die Scharia mit Auspeitschungen von Frauen und Handabhacken von "Dieben" nach dem Freitagsgebet.
    Syrien ist ein schneller Sieg der Regierungstruppen zu wünschen, damit die Kämpfe ein Ende nehmen und in diesem geschundenen Land wieder einigermaßen sichere Verhältnisse nach diesem grausamen Bürgerkrieg zwischen Sunniten, Alaviten und Schiiten einkehrt.

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