Waffenruhe abgelaufen
Israels Militär greift erneut Gaza an

Die Kämpfe im Nahen Osten flammen wieder auf: Die israelische Armee greift nach einem Raketenbeschuss durch militante Palästinenser den Gazastreifen an. Die Hamas hat zuvor die Waffenruhe nicht verlängern wollen.

Tel AvivDie israelische Armee hat nach Raketenbeschuss durch militante Palästinenser den Gazastreifen angegriffen. Das gab das israelische Militär am Freitag wenige Stunden nach Ablauf eine dreitägigen Feuerpause bekannt. Zuvor hatten israelische Medien einen Regierungsbeamten mit den Worten zitiert, Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Mosche Jaalon hätten die israelischen Streitkräfte angewiesen, die Angriffe aus Gaza mit Feuer zu erwidern.

Damit ist eine friedliche Lösung des Konflikts wieder in weite Ferne gerückt. Freitagmorgen – unmittelbar nach Ablauf der Waffenruhe zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas – schossen militante Palästinenser erneut Raketen vom Gazastreifen auf Israel ab. Das israelische Militär erklärte, am Freitagmorgen seien 18 Geschosse auf den Süden des Landes gefeuert worden. Zwei davon seien vom israelischen Abwehrsystem abgefangen worden. In Aschkelon unweit der Grenze zum Gazastreifen ertönten die Luftalarm-Sirenen.

Gaza-Extremisten bestätigten den Abschuss von zehn Raketen. Der Betrieb am Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv wurde nach Ende der Feuerpause für 45 Minuten eingestellt. Der Flughafen liegt in der Reichweite der Raketen.

Israel lehnt einem Regierungsvertreter zufolge weitere Verhandlungen über eine erneute Feuerpause ab, solange radikale Palästinenser Raketen auf den jüdischen Staat abfeuern.

Ein Hamas-Vertreter erklärte, die Palästinenser hätten bei den Gesprächen mit Israel in Kairo eine Verlängerung der 72-stündigen Waffenruhe abgelehnt. Die Verhandlungen würden aber fortgesetzt. Israel hatte zuvor eine Ausweitung der Feuerpause befürwortet.

Die Palästinenser knüpften ihre Zustimmung indes an Bedingungen. Sie wollten Israel dazu bewegen, die Blockade des Gazastreifens aufzuheben, palästinensische Gefangene freizulassen und einen Gaza-Seehafen zu öffnen. Der bewaffnete Arm der Hamas warnte am späten Donnerstagabend palästinensische Unterhändler, einer Verlängerung der Feuerpause nur bei Zugeständnissen der israelischen Regierung zuzustimmen. Dafür gab es zunächst keine Anzeichen.

Israel hatte deutlich gemacht, militärisch zu reagieren, sollten erneut Raketen auf den jüdischen Stadt abgefeuert werden. In diesem Fall müsse auch ernsthaft erwogen werden, die Kontrolle über den Gazastreifen zu übernehmen, um den Sturz der Hamas-Regierung herbeizuführen, sagte der Minister für strategische Angelegenheiten, Juwal Steinitz, im Armeerundfunk.

In dem seit rund einem Monat anhaltenden Konflikt sind nach offiziellen Angaben im Gazastreifen 1875 Palästinenser getötet worden. Auf israelischer Seiten wurden 64 Soldaten und drei Zivilisten getötet.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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