Waffenruhe im Gazastreifen gefährdet
Israel räumt dutzende Kontrollposten

Israel will im Westjordanland fast 60 der insgesamt 400 Kontrollposten aufgeben und damit die Reisebeschränkungen für Palästinenser erleichtern. Im Gazastreifen ist unterdessen erneut die Waffenruhe in Gefahr.

HB TEL AVIV/GAZA. Der israelische Verteidigungsminister Amir Perez sagte nach Angaben seines Büros am Montag, er habe die Armee zur Umsetzung dieses Plans angewiesen. 59 Straßensperren sollten abgebaut werden, davon 27 sofort. Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert hatte dies bei einem Treffen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas am Samstag vereinbart. Angesichts neuer Raketenangriffe militanter Palästinenser aus dem Gazastreifen drohte die vor einem Monat vereinbarte Waffenruhe unterdessen wieder zu scheitern.

Am Montag schlug eine von militanten Palästinensern abgefeuerte Kassam-Rakete im Bereich einer „strategisch wichtigen Einrichtung“ in der israelischen Küstenstadt Aschkelon ein, wie eine Armeesprecherin bestätigte. Sie nannte keine Einzelheiten. Israelische Medien berichteten, in der Anlage seien mehrere Gebäude beschädigt worden. In der Vergangenheit hatten militante Palästinenser mehrmals versucht, ein Kraftwerk in Aschkelon zu treffen.

Insgesamt wurden am Montag drei Raketen in das israelische Grenzgebiet abgefeuert. Seit Beginn der Waffenruhe haben militante Palästinenser nach israelischen Angaben mehr als 55 Kassam-Raketen auf Israel geschossen.

Perez betonte nach den neuen Angriffen, Israel werde gegen Palästinenser vorgehen, die Raketen abfeuern. Bislang unterließ die israelische Armee zumeist Gegenangriffe, selbst wenn Soldaten militante Palästinenser beim Abschießen von Raketen beobachten.

Der Verteidigungsminister sprach sich am Montag erstmals dafür aus, palästinensische Häftlinge noch vor einer Einigung über eine Freilassung des entführten israelischen Soldaten Gilad Schalit aus der Haft zu entlassen. Eine solche humanitäre Geste vor dem Beginn des muslimischen Opferfestes Eid el-Adha am Samstag könne die Freilassung Schalits beschleunigen, erklärte Perez. Eine Sprecherin erklärte, Olmert erwäge die Frage ernsthaft. Schalit war vor einem halben Jahr von palästinensischen Angreifern verschleppt worden.

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