Waffenstillstand im Gaza-Streifen: Israel beginnt mit Abzug aus Gaza

Waffenstillstand im Gaza-Streifen
Israel beginnt mit Abzug aus Gaza

Wenige Stunden nach der Vereinbarung eines Waffenstillstands im Gaza-Krieg hat Israel mit dem Abzug von Truppen aus dem Palästinensergebiet begonnen. Am Nachmittag hatte die radikalislamische Hamas der Waffenpause zugestimmt.

HB TEL AVIV/GAZA. Die israelischen Streitkräfte haben am Sonntag mit einem Teilabzug aus dem Gazastreifen begonnen. Augenzeugen berichteten, dass die Truppen am Abend ihre Position in der ehemaligen jüdischen Siedlung Netzarim südlich der Stadt Gaza räumten. Militärkreise in Tel Aviv bestätigten den Beginn eines „gestaffelten Abzugs“ aus dem palästinensischen Küstenstreifen. Nähere Einzelheiten in Hinblick auf Zahlen und Zeitrahmen wurden allerdings nicht genannt.

Israel hatte knapp 24 Stunden zuvor eine einseitige Waffenruhe in der seit drei Wochen andauernden Militäroffensive gegen militante Palästinenser ausgerufen. Augenzeugen sahen am Sonntagabend, wie Dutzende israelische Panzer und Armeefahrzeuge die Positionen bei Netzarim verließen. Auch ein Kontrollpunkt, der während der Offensive die von Gaza nach Rafah im Süden führende Küstenstraße blockiert hatte, sei geräumt worden. Israel habe nun damit begonnen, seine Truppen „in Phasen“ abzuziehen, verlautete aus Militärkreisen. Ihre massiven Angriffe auf Ziele im Gazastreifen hatte die Armee in der Nacht zum Sonntag um 02.00 Uhr Ortszeit (01.00 Uhr MEZ) eingestellt.

Palästinensische Sanitäter nutzten am Sonntagmorgen die ersten ruhigen Stunden seit Wochen, um mehr als 100 Tote zu bergen. Die Zahl der Todesopfer ist seit Beginn der israelischen Militäroffensive am 27. Dezember auf mindestens 1310 angestiegen. Weitere 5450 Menschen sind nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Gaza verletzt worden. In Israel kamen zehn Soldaten und drei Zivilisten ums Leben.

Die radikalislamische Hamas setzte am Sonntag Israel eine Frist von einer Woche für einen vollständigen Abzug. Unklar ist, ob Israel diese Forderung erfüllen wird. Zuvor hatte die Hamas die von Israel ausgerufene Waffenruhe für bedeutungslos erklärt, solange sich Israel nicht aus dem Gazastreifen zurückziehe und die Blockade des Gebietes aufhebe. Am Sonntagmorgen erklärten die Islamisten in einem Flugblatt den „Sieg“ über die israelischen Truppen. Das palästinensischen Volk und der bewaffnete Widerstand hätten „dem Feind schwere Verluste zugefügt und ihn zum einseitigen Rückzug gezwungen“.

Wenige Stunden nach Inkrafttreten der israelischen Waffenruhe hatten militante Palästinenser mehr als zehn Raketen auf Israel abgefeurt. Die israelische Armee griff daraufhin die Raketenwerfer an. Der israelische Regierungschef Olmert drohte nach dem Raketenbeschuss mit weiteren Militärschlägen im Gazastreifen. „Wenn der Beschuss weitergeht, ist die Armee darauf vorbereitet“, sagte er zu Beginn der wöchentlichen Kabinettssitzung in Jerusalem. „Wir werden ohne zu zögern das tun, was getan werden muss.“

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