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Waffenstillstandstag: Nordkorea feiert sich als Sieger

Als Sieger des "Großen Befreiungskriegs" feiert sich das nordkoreanische Regime heute. 60 Jahre nach Abschluss des Waffenstillstandes knirscht es nun aber sogar in der Beziehung zum getreuesten Freund des Landes.

PjöngjangNordkorea hat mit einer der größten Militärparaden in seiner Geschichte am Samstag den 60. Jahrestag des Waffenstillstands im Koreakrieg begangen, der 1953 nach drei Jahren intensiver Kämpfe sein Ende fand. Machthaber Kim Jong Un nahm die Parade ab, zusammen mit dem chinesischen Vizepräsidenten Li Yuanchao. Beide standen nebeneinander auf dem Podium über dem Kim-Il-Sung-Platz, auf dem Soldaten in langen Reihen im Gleichschritt vorbeizogen. Die Waffenschau präsentierte nordkoreanische Militärtechnik, darunter auch Mittelstreckenraketen. Über den Platz flogen Kampfflugzeuge und Hubschrauber. Ein Militärexperte in Südkorea meinte auch, Waffen erkannt zu haben, die bislang in Nordkorea nicht gesehen wurden, darunter neue Boden-Luft-Raketen zur Raketenabwehr.

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Das Land propagiert den Waffenstillstand als Sieg im "Großen Vaterländischen Befreiungskrieg", der durch das Genie der mittlerweile in dritter Generation herrschenden Führerfamilie errungen worden sei. Kim selbst sprach nicht zu den angetretenen Soldaten. Das übernahm sein Militärberater, der oberste Politoffizier der Streitkräfte, Choe Ryong Hae. Er betonte, dass Frieden das höchste Ziel der Nation sei. "Die Realität zeigt aber, wer den Frieden will, muss sich auf den Krieg vorbereiten", sagte Choe. Für Nordkorea, für das die Entwicklung der Wirtschaft und die Verbesserung der Lebensbedingungen seiner Bürger Priorität habe, sei ein friedliches Umfeld von größerer Bedeutung als je zuvor.

Nordkorea

Die Rede war in ihrem Ton moderater als frühere. Choe erwähnte das Atomwaffenprogramm des Landes mit keinem Wort und vermied es auch - wie sonst üblich - die USA als Hauptfeind des Landes zu nennen.

Am Vortag hatte Chinas Vizepräsident Nordkorea aufgefordert, zu den internationalen Verhandlungen über sein Atomprogramm zurückzukehren. China werde darauf bestehen, dass es auf der koreanischen Halbinsel keine Atomwaffen geben dürfe, sagte Li in Pjöngjang. Der Konflikt müsse im Dialog friedlich gelöst werden.

Die Beziehungen zwischen den Regierungen in Pjöngjang und Peking sind nach einer Serie nordkoreanischer Raketentests angespannt. Das Gespräch Lis mit Kim war die wichtigste Begegnung zwischen Vertretern beider Länder, seit Kim im Dezember 2011 die Macht übernahm. Die Sechs-Parteien-Gespräche waren 2008 abgebrochen worden, weil sich Nordkorea zurückzog. Teilnehmer waren neben Nord- und Südkorea auch die USA, Japan, Russland und China.

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