Wahl des Uno-Generalsekretärs
Südkoreaner führt im Rennen um Annan-Nachfolge

Südkoreas Außenminister Ban Ki-moon hat gute Chancen, Nachfolger von Kofi Annan als Uno-Generalsekretär zu werden. Die ersten beiden Probeabstimmungen im Uno-Sicherheitsrat konnte der Politiker aus Seoul klar für sich entscheiden. Auch bei der dritten Probeabstimmung in New York hat Ban unter allen Kandidaten die besten Chancen.

GENF. Das Ergebnis der dritten Testwahl vom Donnerstagabend lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor. Neben Ban strebt rund ein halbes Dutzend weiterer Kandidaten den prominentesten Posten der internationalen Diplomatie an. Der Südkoreaner erfüllt die zentrale Voraussetzung für den Spitzenjob in New York: Er kommt aus Asien. Denn die Vetomacht China hat bereits klar gemacht, dass sie jeden nichtasiatischen Bewerber blockieren wird. Nach den ungeschriebenen Gepflogenheiten der Uno ist nach dem Afrikaner Annan jetzt ein Asiat an der Reihe, den Top-Job zu besetzen. Nach der Nominierung durch den Uno-Sicherheitsrat muss die Uno-Generalversammlung den neuen Uno-Generalsekretär bestätigen. Amtsinhaber Annan scheidet am 31. Dezember nach zehn Jahren aus.

Genauso wichtig wie seine asiatische Herkunft dürften für Ban seine Beziehungen zur Uno-Großmacht USA sein. Denn gegen den Willen Washingtons kann kein Kandidat die höchste Stufe der Uno-Hierarchie erklimmen. Ban selbst lobt den Schulterschluss Südkoreas mit den Vereinigten Staaten als „exzellente bilaterale Allianz“.

Dass sich die USA auf ihren Verbündeten verlassen können, demonstrierte Ban bei den brisanten Atom-Gesprächen mit Nordkorea. Ban und die USA stimmten ihre Politik gegenüber dem stalinistischen Regime ab. Erst Mitte der Woche beschwerte sich Ban über die „inflexible Haltung“ Pjöngjangs. Allerdings hat die Bush-Regierung offiziell noch keinem Kandidaten ihre offizielle Unterstützung zugesagt – auch nicht Ban.

Grundkenntnisse des US-Politikbetriebs sammelte Ban in Washington, wo er zweimal an der Botschaft seines Landes diente. In Seoul leitete er die Amerika-Abteilung des Außenministeriums. Ban arbeitete zudem in der Uno-Zentrale in New York und der Uno-Vertretung seines Landes. Einen Tag nach den Terrorattacken vom 11. September 2001 übernahm er die Präsidentschaft der Uno-Generalversammlung und schaffte es, die Gemüter zu beruhigen.

Als großes Ziel hat Ban die weitere Reform der Uno verkündet. Zudem will er den Posten des Generalsekretärs stärken und ihm „größere Flexibilität“ geben.

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