Wahl im Parlament
Kurde neuer irakischer Präsident

HB BAGDAD. Das irakische Parlament hat den kurdischen Politiker Dschalal Talabani am Mittwoch zum neuen Präsidenten des Landes gewählt. Zu seinen Stellvertretern bestimmte das Parlament den Schiiten Adel Abdul Mahdi und den Sunniten Ghasi Jauar. Jauar hatte bisher als Übergangspräsident fungiert.

Die Abgeordneten hatten am Morgen Stimmzettel erhalten, auf denen nur die Namen der drei Kandidaten standen. 227 der 275 Abgeordneten votierten für das Trio, 23 Parlamentarier gaben leere Zettel ab. Die restlichen Abgeordneten fehlten.

Der 72 Jahre alte Talabani gilt als treuer Verbündeter der USA und als Symbolfigur der Kurden, die fünf der 24 Millionen Iraker stellen und mehrheitlichen der Glaubensrichtung der Sunniten innerhalb des Irak angehören. Die Sunniten stellen jedoch eine Minderheit dar, die meisten Iraker sind Schiiten.

Mit der Wahl Talabanis ist der Weg frei für die Bildung einer regulären Regierung: Gemeinsam mit seinen Stellvertretern kann Talabani nun einen Ministerpräsidenten und die Minister ernennen, die wiederum vom Parlament bestätigt werden müssen. Zum Premier ernannt wird voraussichtlich am Donnerstag der Schiit Ibrahim Dschaafari.

Schiiten und Kurden verfügen im Parlament zusammen über eine Zwei-Drittel-Mehrheit, die für die Regierungsbildung ausreicht. Sie wollen aber auch die Sunniten bei der Besetzung zentraler Posten einbeziehen, um bei der anstehenden Ausarbeitung einer Verfassung eine möglichst breite Mehrheit zu haben.

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